KI am Kotti: Wenn der Berliner als Testobjekt dient
Berlin zahlt einem Privatunternehmen Geld dafür, mit Aufnahmen von Passant*innen eine »Künstliche Intelligenz« zu trainieren. Das ist kürzlich durch eine Anfrage der Linken im Abgeordnetenhaus öffentlich geworden.
Ort des Datenraubs ist das Kottbusser Tor in Kreuzberg. Dort wurden bereits dutzende Videoüberwachungsgeräte installiert, die künftig mit Verhaltensscannern betrieben werden. Das Pilotprojekt von Schwarz-Rot soll voraussichtlich im 4. Quartal dieses Jahres starten, wie aus einer Antwort der Senatsverwaltung für Inneres auf eine Anfrage der Grünen hervorgeht. Nach Angaben des Senats ist das System noch nicht in Betrieb. Die Verhaltensscanner analysieren Bewegungsmuster in Echtzeit und bewerten die gefilmten Personen auf eine vermeintliche Gefährlichkeit. Bis 2030 sind dafür rund 4,6 Millionen Euro veranschlagt.
Deutschlandweit einzigartig ist, dass der Zuschlag vom Land an ein privatwirtschaftliches Unternehmen, die IT-Holding Adesso SE geht. Das Unternehmen arbeitet mit dem Video-KI-Anbieter Staige zusammen, an dem es beteiligt ist. Die Videodaten bleiben nach Angaben des Senats auf Servern der Polizei, die die »Datenhoheit« behalte. Das Unternehmen darf dort, nach Autorisierung durch die........
