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Rojava: Betretenes Schweigen in der deutschen Linken

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22.01.2026

Der Internationalismus steht hierzulande nicht hoch im Kurs. Dies wird deutlich, blickt man auf die Situation der kurdischen Bevölkerung in Syrien sowie anderer ethnischer Minderheiten im Land, die gegenwärtig von der neuen islamistischen »Übergangsregierung« unter dem ehemaligen al-Qaida-Kämpfer Ahmad Al-Scharaa unterdrückt und massakriert werden.

Nachdem es im vergangenen Jahr bereits zu Massakern an der drusischen und alawitischen Bevölkerung in Syrien kam, werden nun die kurdischen Gebiete angegriffen. Es gibt Berichte über Folterungen, Vertreibungen und Hinrichtungen, die an den »Islamischen Staat« (IS) erinnern.

Dort, in Nord- und Ostsyrien, findet aktuell eine politische und historische Zäsur statt: Die Angriffe der syrischen Armee und mit ihr verbündeter islamistischer Milizen könnten das Ende der Autonomieregion »Rojava« und damit gemachter politischer Erfahrungen demokratisch-feministischer Selbstverwaltung bedeuten. Währenddessen herrscht hierzulande vielfach betretenes Schweigen. Nachdem in den vergangenen Monaten die Bilder des Massensterbens in Gaza regelmäßig (zurecht) zehntausende Menschen in Deutschland auf die Straßen trieb, als Universitäten besetzt oder künstlerische Protestformen geprobt........

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