Brunnenlädle statt Markthalle: Neueröffnung neben dem Gasthaus Schönbrunnen
Die Markthalle im früheren Kupsch-Markt ist geschlossen, aber das Konzept wird fortgeführt. Angelika Winkler, die Vorsitzende der Werbegemeinschaft, und Nicole Stamm vom Hausener Biohof Stamm erläuterten in einem Pressegespräch jüngst das weitere Vorgehen. Am 23. April öffnet das Brunnenlädle neben dem Gasthaus Schönbrunnen.
Was als Idee mit ein paar Autohäusern und einer Espressomaschine begonnen habe, sei zu einem der Vorzeigeprojekte für Leerstandsbelebung im ländlichen Raum Deutschlands geworden, erklärte Winkler. Die Werbegemeinschaft sei froh gewesen, die Förderung vom bayerischen Wirtschaftsministerium bekommen zu haben, "sonst hätten wir uns nicht 'rangetraut". Aber genau dafür sei die Förderung ja da.
Nach zwei Jahren sei man so weit gewesen, "dass es wirtschaftlich hätte weitergehen können". Auch das Modell der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kenne man von anderen Projekten, wie etwa dem Weltladen. Es sei nicht unüblich. Aber es sei bekanntlich anders gekommen.
Das Konzept der Markthalle weitertragen
Winkler betonte, ihr Job sei es, zusammen mit dem Handelsverband und der Beratungsfirma Cima, Städte zum Thema Leerstand zu beraten und für die Händler vor Ort da zu sein. Sie sei froh, in ihrer Heimatstadt gezeigt zu haben, "wie man diesen Anspruch umsetzt". Noch froher sei sie, dass die Geschichte jetzt nicht ende, sondern dass sich aus der Gemeinschaft der Markthalle heraus etwas Neues entwickelt habe.
Worum es geht, erläuterte Nicole Stamm. Der Biohof Stamm in Hausen, den ihre Familie betreibt, sei von Anfang an dabei gewesen. Im Laufe der Zeit habe sich eine Gemeinschaft der Pop-up-Händler in der Markthalle gebildet: "Wir konnten ausprobieren, wie es mit der gegenseitigen Unterstützung funktioniert." Deshalb habe man das Konzept nicht fallenlassen, sondern weitertragen wollen.
Im Gegensatz zur großen Markthalle gehe es jetzt etwas kleiner weiter, "aber kleiner heißt nicht unkreativer", so Stamm. Standort wird das Ladengeschäft neben dem Gasthaus Schönbrunnen sein, in dem sich in den letzten Monaten ein Barbershop versuchte. Dieser ist bereits ausgeräumt.
Nach Stamms Angaben sind viele Pop-up-Händler aus der Markthalle dort vertreten. "Viele Händler wird man dort wiedersehen können. Wir hoffen, dass wir unsere Kunden dort wiedersehen", sagte Stamm. Der Name laute jetzt "Brunnenlädle – Heimat im Regal".
Über zehn Pop-up-Händler machten mit, darunter auch neue, die nicht in der Markthalle waren. Vom Platz her sei das möglich. Damit werde das Pop-up-Konzept weitergeführt. Wer mitmachen wolle, könne sich bei ihr auf dem Biohof Stamm in Hausen melden. Von den über 50 Pop-up-Stores in den zwei Jahren in der Markthalle seien die mit dabei, "für die es funktioniert hat".
Lebensmittel, Handwerkliches und Künstlerisches
Ob ein Interessent, der sich bei ihr melde, auch einziehen könne, hänge davon ab, wie viel Platz er brauche. "Heimat im Regal" bedeute, dass das Angebot hier produziert worden sei. Etwa die Hälfte des Angebots seien Lebensmittel, daneben gebe es Handwerkliches und Künstlerisches. Auch wenn sie Ansprechpartnerin sei, sei das Ganze eine Teamleistung, betonte Stamm: "Das funktioniert nur, weil wir eine Gemeinschaft sind, in der jeder mitarbeitet."
Damit werde eine Lücke geschlossen, die in der Markthalle sehr stark nachgefragt worden sei, meinte Angelika Winkler. Öffnungszeiten seien von Dienstag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr und am Samstag von 10 bis 14 Uhr. Die Aufsicht laufe wie in der Markthalle auf ehrenamtlicher Basis. Eröffnung ist am 23. April um 10 Uhr. Die Werbegemeinschaft wird aus diesem Anlass ein Late Night Shopping anbieten, bei dem die teilnehmenden Mitgliedsgeschäfte bis 21 Uhr offen haben. Das Brunnenlädle ist mittlerweile auch Mitglied.
Eines der Ziele der Markthalle war es nach den Worten Winklers, "dass wir das Renommee der Immobilie heben, das haben wir geschafft". Sie hoffe, dass die Immobilie gut vermarktet werden könne und nicht leer bleibe. "Vor zwei Jahren haben wir uns gesagt, wir können diesen Leerstand nicht mehr anschauen."
Sie sei sich hundertprozentig sicher, dass alles besser gewesen wäre als weitere zwei Jahre Leerstand. Dass es mit dem Konzept der Markthalle jetzt weitergehe, bedeute, dass das Ziel sogar übererfüllt worden sei. Die Unternehmen hätten nicht mitgemacht, wenn sie nicht spürbar gute Umsätze erzielt hätten.
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