Kufiyas verboten: Kein Feminismus ohne Palästinasolidarität!
Kufiyas verboten: Kein Feminismus ohne Palästinasolidarität!
Auf der Vorabenddemonstration des 8. März in Dortmund wurden palästinasolidarische Feminist:innen wegen ihrer Kufiyas ausgeschlossen.
Das feministische Kollektiv „Zayton-Kollektiv“, gegründet von migrantischen Frauen, berichtet in einem Statement davon, dass bei der Vorabenddemo am 7. März Mitglieder des Kollektivs von Ordner:innen dazu aufgefordert wurden, die Demo zu verlassen, da sie nicht zum Demokonsens „passen“ würden.
Auf Nachfrage wurde ihnen Antisemitismus wegen ihrer Kufiyas und ihrer palästinasolidarischen Haltung vorgeworfen. Anschließend wurden diese Vorwürfe nochmal über den Lautsprecher wiederholt und besagte Ordner:innen gingen zur Polizei, woraufhin die Genoss:innen mit Kufiya sich einer polizeilichen Maßnahme unterziehen mussten.
Wie das Kollektiv richtigerweise feststellt, sind derartige Vorgänge kein Einzelfall. Palästinasolidarische Teilnehmer:innen der 8. März Demo in Leipzig erfuhren ebenso Repressionen, wurden sogar gekesselt und verbal von antideutschen Kräften bedroht.
Wofür steht die Kufiya?
Das Tragen einer Kufiya als antisemitisch zu verkennen, ist seit Jahrzehnten Praxis antideutscher Akteur:innen. Bei der Kufiya handelt es sich aber um eine traditionelle arabische Kopfbedeckung, die auch als Schal getragen werden kann, die in unterschiedlichen Kontexten im arabischen Raum getragen wurde. Ende der 1930er Jahre wurde sie das erste Mal ein Symbol des palästinensischen Widerstandes, als palästinensische Dorfbewohner:innen sich gegen die koloniale Besatzungsmacht Großbritannien zur Wehr setzten.
Nachdem in den 2000er Jahren die Kufiya zu einem entpolitisierten Modetrend verklärt wurde, ist sie spätestens seit dem laufenden Genozid an den Palästinenser:innen durch Israel wieder zu einem antiimperialistischen Symbol von Linken und palästinasolidarischen Menschen geworden.
Palästinasolidarität ist feministisch
Millionen Menschen tragen Kufiya im Alltag und auf Demonstrationen, um ihre Solidarität mit dem palästinensischen Volk und deren Kampf gegen Völkermord und Besatzung offen zu zeigen.
Der 8. März, Kampftag der internationalen Frauenbewegung, ist aber auch ein Kampf für ein freies Palästina. Wie wir bereits im letzten Jahr berichteten, hat die israelische Besatzungsmacht in Gaza Zehntausende Frauen und Kinder ermordet. Zudem wurden Gesundheitseinrichtungen, insbesondere sexuelle und reproduktive Gesundheitsvorsorge, gezielt zerstört. Es gibt zudem Berichte einer Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrats, der von systematischer, sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt durch die IDF und Siedler:innen handelt.
Daher ist es ein Skandal, dass am 8. März ausgerechnet palästinasolidarische Frauen von der Demonstration in Dortmund ausgeschlossen wurden.
Wir solidarisieren uns mit dem Zayton Kollektiv und allen palästinasolidarischen Aktivist:innen, die von Repression betroffen sind.
Der 8. März muss in der Tradition von Kämpfen gegen koloniale Unterdrückung weltweit sein, an denen Frauen oft an vorderster Front stehen.
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