Iran weint Blut: Über die Januar-Revolte und die Rolle der internationalen Linken
Die letzte Revolte im Iran wurde blutig niedergeschlagen, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis die nächste ansteht. Über Massaker, die iranische Opposition und die Rolle der internationalen und diasporischen Linken.
Vor über drei Wochen, am 28. Dezember 2025, begann die neueste Revolte im Iran. Auslöser war der extreme Verfall der Währung aufgrund von Korruption, Misswirtschaft und internationalen Sanktionen, gekoppelt an bevorstehende Steuererhöhungen und Streichungen von Subventionen. Die Proteste gingen von Einzelhändler:innen und Bazaris in Teheran aus, und wurden zunächst von Studierenden aufgegriffen, später (und zögerlicher) auch von vereinzelten Akteuren der Arbeiter:innenklasse. Davon zeugt beispielsweise ein solidarisches Statement der Teheraner Busfahrergewerkschaft, oder die Tatsache, dass in Arak in Zentraliran ein Arbeiter:innenrat gegründet wurde.
Und obwohl ökonomische Gründe am Anfang des Aufstandes standen, wurde dieser sehr schnell politisiert, der alle Klassen und sozialen Gruppen vereinende Ruf ist: „Tod dem Diktator, Tod der Islamischen Republik“.
Am 9. Januar schaltete das Regime das Internet aus. Diese Methode wendete das Regime bereits in früheren Krisen an, wie zuletzt beim Angriff Israels auf den Iran im Juni 2025. Ziel ist es, die Verbreitung von Informationen über Gräueltaten zu kontrollieren, die Koordination von Demonstrationen zu unterbinden und gleichzeitig Angst und Verwirrung zu verstärken.
Zehn volle Tage konnten fast keine Bilder, Videos oder auch einfache Textnachrichten aus dem Land dringen – und diejenigen Nachrichten, die uns erreichten, zeugten von dem grausamen Vorgehen des Islamischen Regimes.
„Iran weint Blut“, schreibt mir eine:r meiner Verwandten, der:die seit einigen Stunden mittels eines VPNs wieder Zugang zum Internet hat, denn die Reaktion des Regimes auf die Proteste war noch brutaler als erwartet: In Ilam stürmten Basij-Truppen ein Krankenhaus, in dem verletzte Demonstrierende behandelt wurden, um eben diese zu verhaften. Ärzte und Pfleger:innen, die sich den Regime-Schergen in den Weg stellten, wurden brutal zusammengeschlagen. In Rasht flüchteten Demonstrierende vor den Kugeln der „Sicherheitskräfte“ in den Bazar der Stadt, der kurz darauf in Flammen aufging, vermutlich in Brand gesetzt von den Regime-Schergen selbst. Vor die Wahl gestellt, zu verbrennen, oder........
