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Venezuela: Ein Notfallprogramm angesichts der Erdbeben

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29.06.2026

Venezuela: Ein Notfallprogramm angesichts der Erdbeben

Es braucht Solidarität von unten angesichts der Katastrophe, die von oben verursacht wurde. Wir veröffentlichen die Erklärung unserer venezolanischen Schwesterorganisation LTS.

Während Tausende von Menschen Rettungsaktionen, Sammelstellen und Solidaritätsnetzwerke organisieren, um auf den durch die Erdbeben vom 24. Juni ausgelösten Notstand zu reagieren, reagiert die Regierung verspätet, militarisiert die Zufahrtswege, kontrolliert die Hilfsgüter und setzt schweres Gerät ein, obwohl die Suche nach Überlebenden noch andauert. Angesichts dieser Tragödie ist es dringend erforderlich, alle Ressourcen des Staates, des Großkapitals und des Landes für die Rettungsmaßnahmen bereitzustellen – unter der Kontrolle derjenigen, die heute die Notlage bewältigen: der organisierten Gemeinden, der Rettungsbrigaden, der Arbeiter:innen an ihren Arbeitsplätzen und in den Krankenhäusern, der Studierenden an den Bildungseinrichtungen und der gesamten mobilisierten Arbeiter:innenklasse.

Die spontane Reaktion von Arbeiter:innen, Studierenden, Anwohner:innen, Solidaritätsbrigaden und Gemeinden zeigt, dass die Hauptkraft zur Bewältigung dieser Tragödie von unten gekommen ist. Diese enorme Organisationsfähigkeit muss gestärkt, koordiniert und ausgeweitet werden; sie darf weder durch den Staatsapparat ersetzt noch vom Militär beschlagnahmt werden.

„Jetzt ist die Regierung zwar endlich aufgewacht, aber sie behindert gerade die Ankunft der Hilfe durch die Bevölkerung.“ Dieser Satz fasst die Stimmung eines bedeutenden Teils der Bevölkerung nach den Erdbeben zusammen. Von Anfang an waren es die Gemeinden selbst, die mit der Beseitigung der Trümmer begannen, Sammelstellen organisierten, Wasser und Lebensmittel verteilten und sich um die dringendsten Bedürfnisse kümmerten. Unterdessen gab es fast zwei Tage lang keine umfassende und zeitnahe Reaktion des Staates.

Die Arbeit der Feuerwehr, des Zivilschutzes und der Rettungskräfte ist außergewöhnlich, findet jedoch unter absolut prekären Bedingungen statt. Sie sind zahlenmäßig unterbesetzt und es mangelt ihnen an grundlegender Ausrüstung. Auch heute noch bitten sie um Spenden in Form von Helmen, Handschuhen, Atemschutzmasken und anderer unverzichtbarer Ausrüstung, um Leben zu retten. Diese Realität ist Ausdruck jahrelanger Vernachlässigung der öffentlichen Dienste und der Notfallkapazitäten.

Als die Regierung schließlich einen Teil ihres Apparats einsetzte, legte sie den Schwerpunkt auf die Militarisierung der Zufahrtswege nach La Guaira und die Einrichtung von Kontrollpunkten, um den Zugang von Freiwilligen und der von der Bevölkerung organisierten Hilfe einzuschränken. Sie verlangt sogar bürokratische Registrierungen, um den Zutritt derjenigen zu genehmigen, die helfen wollen, und es gibt Berichte über Versuche, sich die von unabhängigen Sammelstellen zusammengetragene Hilfe anzueignen.

Die Regierung und ihr Militär reagieren verspätet und auf ihre eigene Art und Weise. Sie wollen organisieren, kontrollieren und verwalten – dort, wo ihre Abwesenheit durch die sofortige und massive kollektive Solidarität ausgeglichen wurde. Die Menschen vertrauen ihnen nicht. Wir vertrauen ihnen nicht, natürlich nicht.

Die Aufgabe der Regierung sollte genau das Gegenteil sein: die Kapazitäten der Freiwilligenarbeit zu vervielfachen,........

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