Pride is a Riot! Welche Strategie brauchen wir, um uns gegen die Rechte zu verteidigen?
Pride is a Riot! Welche Strategie brauchen wir, um uns gegen die Rechte zu verteidigen?
Rechtsruck, Sozialkürzungen, Militarisierung und staatliche Repression verschärfen die Angriffe auf unsere Leben und Rechte. Wie können wir uns gegen AfD und Regierungspolitik wehren – und warum braucht es dafür einen gemeinsamen Kampf der Arbeiter:innenklasse?
Im Jahr 2026 waren die Prides wichtiger denn je. Der Blackrock-Kanzler Merz glaubt, Migrant:innen würden das Stadtbild verschandeln und die Regenbogenfahne sei nur eine Zirkusnummer. Währenddessen setzt seine Regierung massive Kürzungen im Gesundheits- und Sozialsektor um und greift unsere Arbeitnehmer:innenrechte scharf an. Unsere Lebensbedingungen verschlechtern sich zunehmend: Mieten und Lebensmittelpreise steigen, wir sollen später in Rente gehen und eine Krankschreibung ist nun schon ab dem ersten Tag notwendig. Dem Gesundheitsministerium werden dank der neuen Reformen 34 Prozent der Gelder gekürzt, während im Verteidigungsministerium die Ausgaben um 32 Prozent steigen. Statt einer Zukunft für die Jugend gibt es Wehrpflicht und Aufrüstung und Schüler:innen und Studierende werden festgenommen, weil sie „Merz, leck Eier!“ rufen. Wir spüren die Repressionen und den zunehmenden Autoritarismus in Deutschland, sowohl in den Schulstreiks wie auch bei palästinasolidarischen Demonstrationen und Veranstaltungen. In diesem politischen Kontext gab es das Attentat auf den CSD in Berlin. Danach ließ Julia Klöckner (CDU) die Trauerbeflaggung am Bundestag hissen, dabei war es genau sie, die sich im Vorjahr gegen das Aushängen der Pride-Flagge am Bundestag aussprach, um angebliche „Neutralität“ zu wahren. Währenddessen hetzt die CDU-geführte Regierung in Berlin Polizeirepression auf den internationalistischen Queer-Pride (IQP) und instrumentalisiert das Attentat für ihre rassistische Hetzte.
Gleichzeitig fährt die AfD ihre besten Umfrageergebnisse aller Zeiten ein und hat reelle Chancen zu regieren und eine Mehrheit bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt im September 2026 zu erlangen. Für die AfD haben queere Lebensweisen überhaupt keinen Platz und das obwohl AfD-Vorsitzende Alice Weidel selbst nicht nach dem “traditionellen” Familienbild lebt. Das stört sie aber nicht, sogenannte “traditionelle Rollenbilder”an ihre Basis zu vermitteln, die diese dann nach außen tragen. In ihrem Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt möchte die AfD den Zugang zu Hormontherapien und Pubertätsblockern für trans*Jugendliche massiv erschweren und bezeichnen Transgeschlechtlichkeit als “seelische Störung”. Sie propagieren gegen die “Regenbogenideologie”, die Kinder angeblich frühsexualisiert und fordern, dass die Familie aus Mann und Frau die “Normalform des Zusammenlebens” repräsentiert. Noch verquerer begründen sie dies damit, dass nur die AfD “Ausländer:innen” eine echte deutsche Identität, frei von queerer Propaganda, vorleben kann, um sie besser zu integrieren. Dabei fordern sie im gleichen Wahlprogramm eine Abschiebepolizei nach dem Vorbild der US-amerikanischen ICE und hetzen gegen Migrant:innen. Auch wenn sich die AfD demagogisch als Partei der einfachen Leute präsentiert, agiert sie in Wirklichkeit im Interesse des Großkapitals und verbrüdert sich mit Elon Musk. Derselbe Elon Musk, der Gewerkschaften offen angreift und gegen trans*Personen hetzt.
Aufgrund der Geschichte der queeren Bewegung können wir erkennen, dass der Kampf für queere Befreiung auch immer ein Kampf gegen das kapitalistische System, Kapitalist:innen wie Elon Musk und ihre Handlanger sein muss, welches am effektivsten von der Arbeiter:innenklasse bekämpft werden kann. Wir als queere Arbeiter:innen müssen dies erkennen und dürfen uns nicht in sogenannte Safe-Spaces zurückziehen, sondern an der Seite unserer Klasse für unsere Befreiung und die Befreiung aller Unterdrückten kämpfen. Wenn man es genauer betrachtet, kann es in einer kapitalistischen, imperialistischen Welt keine Safe Spaces geben, da das System auf die Maximierung von Profiten, die Ausbeutung von Arbeitskraft und die Unterdrückung mithilfe von Rassismus, Sexismus und patriarchalen Strukturen ausgerichtet ist. Sexismus, Patriarchat und Queerfeindlichkeit prägen unsere Welt und sind in Medien und gesellschaftlichen Normen festgeschrieben. Dennoch dürfen beispielsweise Männer nicht als homogene Gruppe wahrgenommen werden, von denen grundsätzlich patriarchale Gewalt ausgeht und die in einem FLINTA only- Safe-Space stören.Geht man nämlich von dieser Überlegung aus, müssten Personen, deren äußeres Erscheinungsbild sich von ihrer selbstbestimmten Zuschreibung unterscheidet, durch Outing nachweisen, dass sie Zutritt zu diesem FLINTA Raum haben dürfen. Das würde ja wiederum dem Ansatz widersprechen, einen Raum ohne Unterdrückung und........
