Eine Abrechnung mit dem Judenhass der neuen Linken
05. August 2026 – 22. Aw 5786
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Eine Abrechnung mit dem Judenhass der neuen Linken
Nach 41 Jahren verlässt der anerkannte Journalist Jean Quatremer die beliebte Tageszeitung »Libération«. Er wirft Kollegen einen »entfesselten Antisemitismus« und eine ideologische Schreckensherrschaft vor
05.08.2026 17:19 Uhr
Jean Quatremer war eine feste Größe bei der »Libération«, der französischen Tageszeitung, die 1973 im Geiste der Protestbewegung von 1968 in Paris gegründet wurde. Anfang der 90er-Jahre ging er als Korrespondent nach Brüssel und machte sich mit Analysen und Kolumnen zu Europa und EU einen Namen bei den »Libé«-Lesern.Sein Abschied folgt internen Auseinandersetzungen, es hatte Beschwerden gegen Meinungsstücke von ihm gegeben, und in der Redaktion kam es zu hitzigen Debatten über die Meinungsfreiheit und ideologische Differenzen zwischen »alten«, diskussionserprobten und -freudigen Kollegen und jungen, weit links positionierten Redakteuren. Eine Debatte, die mittlerweile die gesamte Medienlandschaft betrifft, in mittlerweile politische Gräben durch die Redaktionen verlaufen.Die »Libération« habe stets seine Meinungsfreiheit garantiert, reagierte die Zeitung auf Quatremers öffentliche Anklage, berichten französische Medien. Man bekenne sich nachdrücklich zur kompromisslosen Verteidigung der Meinungsfreiheit und zur Meinungsvielfalt innerhalb der Redaktion. Dies ist Quatremers Brief ins Deutsche übersetzt und gekürzt im Wortlaut:
(...) Wenn ich nun gehe, so liegt das nicht an Europa – jenem Thema, dem ich einen sehr großen Teil meiner beruflichen Laufbahn mit Leidenschaft gewidmet habe. Ich gehöre zu jener sozialdemokratischen Linken, die gegen religiösen Obskurantismus jeder Art, gegen Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung, Muslimfeindlichkeit, Sexismus, Homophobie und Ungerechtigkeit kämpft. Jene Haltung, die individuelle und kollektive Freiheiten – insbesondere die Meinungsfreiheit – als unantastbar betrachtet; jene Haltung, die keinerlei Kompromisse bei der Rechtsstaatlichkeit und den Werten der Republik eingeht.Leider muss ich feststellen, dass diese Haltung heute in der Minderheit ist, wenn sie nicht gar kurz davor steht, gänzlich zu verschwinden. Aus Angst, der »Islamophobie« oder des Neokolonialismus bezichtigt zu werden – oder, zynischer ausgedrückt, im Bestreben, um die........
