Hamas-Massaker: Unruhen im Gerichtssaal
23. April 2026 – 6. Ijar 5786
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Untersuchungskommission
Hamas-Massaker: Unruhen im Gerichtssaal
Israel ist noch immer auf der Suche nach Antworten für die Versäumnisse vor dem 7. Oktober
Es sind Szenen, die selbst in Israels aufgeheizter politischer Landschaft herausragen: Tumulte vor dem Obersten Gerichtshof in Jerusalem, unterbrochene Anhörungen, gegenseitige Beschuldigungen. Als die Richter über Petitionen zur Einsetzung einer unabhängigen staatlichen Untersuchungskommission zu den Geschehnissen vor dem Hamas-Massaker des 7. Oktobers 2023 beraten, versuchen außerdem mehrere Personen, in den Gerichtssaal einzudringen. Die Sitzung muss kurzzeitig ausgesetzt werden.
Draußen vor dem Gericht prallen zwei Lager aufeinander. Angehörige von Opfern fordern Aufklärung, Regierungsanhänger warnen vor einer »voreingenommenen« Untersuchung. Die Eskalation ist ein Zeichen dafür, wie tief die israelische Gesellschaft seit dem 7. Oktober gespalten ist.
Sogar im Gerichtssaal selbst ist der Ton oft scharf. Anwalt Yitzhak Bonzel, dessen Sohn Amit als Soldat während des Krieges gegen die Hamas im Gazastreifen gefallen ist, bringt die Frustration vieler Hinterbliebener auf den Punkt. Die »ganze Saga kann in fünf Minuten beendet werden«, meint er. »Um eine gerechte Kommission zu schaffen, muss jede Seite ihre Leute bringen, ohne die Möglichkeit, die anderen zu disqualifizieren. Das wäre ein Ausschuss des Volkes – und es darf keinen anderen geben.«
Es war der schwerste Angriff auf Juden seit der Schoa
Oppositionsführer Yair Lapid macht die Regierung für den Eklat verantwortlich: »Der Aufruhr am Obersten Gerichtshof ist das Ergebnis von Hetze durch den Premierminister und seine Minister gegen das Gericht. Ihre gewalttätige Rhetorik gefährdet Menschenleben.« Er fügt hinzu: »Statt diese Szenen zu befeuern, hätte die Regierung nur eines tun müssen: eine unabhängige Untersuchungskommission einsetzen.«
Dass es am 7.........
