Ex-Geisel Rom Braslavski: „Schämt Euch“!
11. Mai 2026 – 24. Ijar 5786
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Ex-Geisel Rom Braslavski: »Schämt Euch«!
Nachdem Premier Netanjahu seine Schuld erneut relativiert, macht der junge Mann in der Knesset seinem Unmut Luft
Als Benjamin Netanjahu in einem Interview mit dem US-Sender CBS erstmals einräumte, dass auch er Verantwortung für die Versäumnisse vor dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 trage, klang das zunächst wie ein spätes Eingeständnis. »Jeder trägt einen Teil der Verantwortung. Ja, vom Premierminister abwärts«, sagte er in einem nicht ausgestrahlten Teil des Gesprächs mit der Sendung »60 Minutes«, wie israelische Medien berichteten. Doch nur wenige Sätze später relativierte der Regierungschef seine Worte bereits wieder.
Die »eigentliche Frage« sei nicht, was vor dem 7. Oktober geschehen sei, sondern was danach und wie seine Regierung Israel aus der »Schlinge des Todes« befreit habe, die der Iran und seine Verbündeten dem Land angelegt hätten.
Während Netanjahu den Fokus auf den Krieg nach dem Massaker lenken will, wächst in Israel der Druck auf die politische Führung, endlich Verantwortung für das schwerste Staatsversagen in der Geschichte des Landes zu übernehmen. Besonders eindringlich formulierte das nun die ehemalige Geisel Rom Braslavski.
Bei einer Pressekonferenz in der Knesset zusammen mit anderen Ex-Geiseln und Angehörigen wandte sich Braslavski mit scharfen Worten an die Abgeordneten – »von der extremen Linken bis zur extremen Rechten«. Alle Mitglieder des Parlaments sollten zurücktreten, forderte er. Zugleich verlangte er die Einsetzung einer staatlichen Untersuchungskommission zu den Fehlern rund um den Hamas-Angriff und das Massaker vom 7. Oktober.
Auch Braslavski fordert unabhängige Untersuchung
»Übernehmt Verantwortung und verschwindet aus unserem Leben«, sagte Braslavski. »Das Blut aller am 7. Oktober Ermordeten klebt an euren Händen.« Bevor die Politiker gingen, sollten sie wenigstens dafür sorgen, dass eine unabhängige Untersuchungskommission endlich kläre, »was hier genau passiert ist, damit so etwas nie wieder geschieht«.
Braslavski war beim Nova-Musikfestival, als Hamas-Terroristen den Süden Israels überfielen. Er schilderte, wie er zwischen Leichen eingeschlossen gewesen sei, bevor er nach Gaza verschleppt wurde. Dort sei er gefoltert und ausgehungert........
