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»Die Geiseln hätten früher zurückkehren können«

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11.10.2026

11. Oktober 2026 – 30. Tischri 5787

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»Die Geiseln hätten früher zurückkehren können«

Der ehemalige Militärsekretär des Premiers, Avi Gil, erhebt schwere Vorwürfe: Warnungen vor dem 7. Oktober seien ignoriert, Abkommen aus politischen Gründen verhindert und Protokolle manipuliert worden. Netanjahu weist die Anschuldigungen zurück

Der ehemalige Militärsekretär des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu wirft dem Regierungschef vor, Warnungen vor dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 ignoriert und auch, im Zusammenhang mit dem sogenannten »Schwarzen Schabbat« wiederholt gelogen zu haben. In einem explosiven Interview am vergangenen Donnerstag im Kanal 12 sagte Gil auch, dass Netanjahu politische Erwägungen über die Freilassung von Geiseln gestellt habe.

Netanjahu wies die Vorwürfe zurück und machte Gil dafür verantwortlich, ihn am Morgen des betreffenden Tages nicht rechtzeitig geweckt zu haben. Keine von Gils Aussagen sei wahr, betonte der Premier.

Generalmajor Gil war von Juli 2021 bis Mai 2024 Militärsekretär unter Netanjahu, Naftali Bennett und Yair Lapid, heute Oppositionsführer. In dieser Funktion war er ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Premierminister und dem Sicherheitsapparat, vor allem der israelischen Armee IDF.

Warnungen seien auf verschiedenen Ebenen erfolgt

Seinen Worten zufolge habe das Sicherheitsestablishment den Ministerpräsidenten in den Wochen und Monaten vor dem schlimmsten Terroranschlag in Israels Geschichte wiederholt vor einer nachlassenden israelischen Abschreckungswirkung gewarnt. Zwar habe niemand den konkreten Angriff mit einem Datum oder Ausmaß vorhergesagt, doch auf verschiedenen Ebenen seien immer wieder Warnungen vor einem drohenden Krieg übermittelt worden.

Im Juli 2023 ermöglichte Gil ein vertrauliches Telefonat, in dem Ronen Bar, der damalige Vorsitzende des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet, Netanjahu eindringlich vor einem Krieg warnte. Außerdem übergab Gil am selben Tag einen persönlichen Brief von IDF-Generalstabschef Herzi Halevi. Der Schin-Bet-Leiter hätte weitere Gespräche mit dem Premierminister erwartet, doch es habe keine gegeben. Es sei gar nichts weiter geschehen, sagte Gil in dem Interview.

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