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Holger Friedrich, die Juden und ihre offenen Rechnungen nach dem Fall der Mauer

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09.02.2026

Er ist eines der Wahrzeichen von Oslo: Der kleine Trotzkopf. Seit 1928 steht die etwa 83 Zentimeter hohe und 45 Kilogramm schwere Bronzeskulptur eines glatzköpfigen und kleinen Jungen, der wütend mit seinem rechten Füßen aufstampft in einem Park in Norwegens Hauptstadt.

Optisch nicht ganz unähnlich, dafür aber deutlich größer und schwergewichtiger ist dagegen ein ganz anderer, der sich gerne und seriell das Label »trotzig« an die Brust heftet, und zwar Holger Friedrich, seines Zeichens Verleger der »Berliner Zeitung«. 

So erzählt Friedrich in der ersten Folge seiner neuen Gesprächsreihe »Perspektivwechsel«, in der es neben Themen wie Meinungsfreiheit und Medien wenig überraschend vor allem um Ostdeutschland geht, seinem Gast Jakob Augstein, Verleger der Wochenzeitung »der Freitag«, dass ganz »Westdeutschland durchgedreht« sei, weil er als »Ossi« es gewagt habe, mit der Übernahme des Berliner Verlagsgeschäfts einen »eigenen Anspruch« zu formulieren, woraufhin man ihm gegenüber aufgetreten sei, als ob er »ein Kind geschändet« habe.

Das hätte bei ihm den »Trotz« geweckt, es allen erst recht zu zeigen, was er so drauf hat. »Dann bin ich jetzt der Ossi, ihr wollt es so.« Und dabei sei der Verleger der »Berliner Zeitung« auch noch – so behauptet er es jedenfalls – schwerst erfolgreich.

Dass der ehemalige Inoffizielle Mitarbeiter (IM) der Stasi, der als IT-Unternehmer genau die Millionen verdiente, die ihm nun sein publizistisches Sendungsbewusstsein ermöglichen, im Gespräch mit Augstein jemanden wie Egon Krenz, ehemals Staatsratsvorsitzender der DDR und 1993 wegen »Totschlags und Mitverantwortung für das Grenzregime« rechtskräftig verurteilt, abfeiert, weil dieser im Herbst 1989 nicht auf Demonstranten schießen ließ, passt da gut ins Bild des unangepassten Verlegers. Sollte er........

© Juedische Allgemeine