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„Die AfD verrät immer wieder unsere nationalen Interessen“

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27.01.2026

Herr Spahn, am heutigen Holocaust-Gedenktag wird an die sechs Millionen ermordeten Juden erinnert. Oft auch unter dem Vorzeichen des »Nie wieder!«. Sie üben regelmäßig Kritik an dieser Formel. Warum genau?
»Nie wieder« ist richtig – 81 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz, in einer Zeit, in der es immer weniger Zeitzeugen der Schoa gibt, sollten wir uns das in Erinnerung rufen. Doch Formeln allein reichen nicht, das ist meine Kritik. Wir müssen klarer benennen, was ist: Antisemitismus in Deutschland ist nicht Geschichte, er ist heute präsent in seinem alten und neuen Gewand. Rechtsextreme in Deutschland rütteln an dem Gründungsnarrativ unserer Republik, wenn sie den Nationalsozialismus verharmlosen oder für »erinnerungspolitische Wenden« eintreten. Islamisten und Linksextreme leben ihren Hass auf jüdisches Leben offen auf der Straße aus.

Der Rechtsextremismus wird oft sehr klar benannt und verurteilt. Beim linken und muslimischen Judenhass geschieht das viel seltener. Sind wir als Gesellschaft blind gegenüber diesen beiden Erscheinungsformen?
Israel- und Judenhass reicht von den extremen Seiten rechts und links bis in die Mitte unserer Gesellschaft hinein, nicht immer plump und brachial, sondern zum Teil subtil, schleichend. Blind ist daher vielleicht das falsche Wort. Unvorsichtig wäre besser.

Gilt dies Ihrer Überzeugung nach nur mit Blick auf den politischen Betrieb oder auch hinsichtlich Presse und Gesellschaft im Allgemeinen?
Wenn ich mir die Akzeptanz der Berliner Linken........

© Juedische Allgemeine