Leerstellen im Mengele-Dossier
06. Oktober 2026 – 25. Tischri 5787
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Leerstellen im Mengele-Dossier
Leerstellen im Mengele-Dossier
Nicht nur geschwärzte Namen sorgen im Mengele-Dossier des Nachrichtendienstes für Fragen. Auch wichtige Unterlagen fehlen – und niemand kann heute mehr genau erklären, warum.
Die Veröffentlichung der Akten zu Josef Mengele sollte Licht in ein dunkles Kapitel Schweizer Nachkriegsgeschichte bringen. Im September publizierte der Schweizer Nachrichtendienst des Bundes (NDB) erstmals bis anhin gesperrte Unterlagen zu Josef Mengele. Dazu wurde ein 217 Seiten langes Dossier über den ehemaligen Auschwitz-Arzt, der nach dem Zweiten Weltkrieg in Südamerika untertauchte, öffentlich zugänglich gemacht.
Zahlreiche Passagen in dieser Akte blieben jedoch geschwärzt, was internationales Aufsehen erregte. Der »Tages-Anzeiger« sprach von »Blamage für den NDB«. Bei den Schwärzungen gehe es um sicherheitsrelevante öffentliche Interessen sowie zum Schutz der Persönlichkeitsrechte Dritter, sagte der NDB-Sprecher Christoph Gnägi bereits im Mai auf Anfrage der Jüdischen Allgemeine. Der NDB sei gesetzlich verpflichtet, seine Quellen zu schützen.
Nun zeigt sich jedoch: Nicht die tatsächlichen Schwärzungen sind das Problem. Das NDB-Dossier weist vielmehr insbesondere dort, wo es um die mögliche Anwesenheit des NS-Verbrechers in der Schweiz geht, Lücken auf.
Ungeklärter Vorgang von 1961
Konkret geht es dabei um einen Vorgang aus dem März 1961. Damals geriet eine Wohnung im Zürcher Vorort Kloten ins Visier der Zürcher Kantonspolizei. Dort lebte Martha Mengele, die zweite Ehefrau des weltweit gesuchten und ausgeschriebenen Auschwitz-Arztes. Ein deutscher Journalist hatte offenbar am 4. März einen Mann beobachtet, dessen........
