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Ein Sonntag genügt!

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08.09.2026

08. September 2026 – 26. Elul 5786

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Was gehen uns in der Schweiz die Wahlen in Sachsen-Anhalt an? Auf den ersten Blick nicht viel. Auf den zweiten wird klar: Das Problem ist nicht nur die Partei selbst

Ein Bundesland mit gut zwei Millionen Einwohner wählt ein Parlament mit 83 Sitzen. Die Alternative für Deutschland (AfD) holt 43,8 Prozent und verdoppelt ihr Ergebnis von 2021, die regierende CDU halbiert die Anzahl ihrer Wählerinnen und Wähler und gewinnt 17,2 Prozent. Josef Schuster ist persönlich entsetzt und Charlotte Knobloch sagt, sie erkenne ihre Heimat nicht wieder. In Bern nennt der St. Galler SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel Vergleiche zwischen AfD und SVP »Humbug«, weil die Schweiz eine funktionierende direkte Demokratie sei und Deutschland seine Bürgerinnen und Bürger von Sachentscheiden ausschließe.

Am Montag wurden in Schweizer Kommentarspalten fünf Lehren formuliert: Die wohl klügste war, Konkordanz schlage Brandmauer. Das Fazit lautete, bei uns könne kaum eine Partei allein das ganze Land in Geiselhaft nehmen, auch dann nicht, wenn sie eine Wahl gewinne. Das ist richtig. Es ist trotzdem eine falsche Beruhigung.

Warum es eine Brandmauer gegen die Linkspartei braucht

Wenn eine Brandmauer nur auf einer Seite steht, brennt es von der anderen rein. Über diese offene Seite müssen wir reden

Bloße Empörung über den Wahlsieg der rechtsextremen AfD ist billig und wohlfeil. Es sollte endlich auch über die Gründe ihrer Popularität gesprochen werden. Die Parteien der Mitte müssen endlich aufwachen

Die Wähler sind selbst schuld

Die AfD macht die etablierten Parteien verächtlich und höhlt so die Demokratie aus. Doch die eigentliche Verantwortung für die Misere trägt der Souverän

Was jüdische Stimmen in Sachsen-Anhalt umtreibt, ist nicht in erster Linie die Regierungsbildung. Schuster hat es präzise benannt. Er fürchtet um die Bildungspolitik, das Kulturressort, den Zugriff auf das, was Kinder über die Geschichte des Landes........

© Juedische Allgemeine