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Lahav Shani, Belgien und der Boykott

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04.05.2026

04. Mai 2026 – 17. Ijar 5786

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Lahav Shani, Belgien und der Boykott

Die Münchner Philharmoniker und ihr israelischer Chefdirigent sollen im November im Brüsseler Konzerthaus Bozar auftreten - die flämischen Grünen gehen dagegen auf die Barrikaden

Per Pressemitteilung meldete Aimen Horch sich am Samstag zu Wort. Der neue Vorsitzende von »Groen« – Horch war erst Ende März per Mitgliederentscheid zum Chef der flämischen Grünen-Partei gewählt worden – forderte die Absetzung eines für November geplanten Konzerts der Münchner Philharmoniker und ihres Chefdirigenten Lahav Shani in Brüssel.

»Völlig unangemessen«, nannte der Politiker den geplanten Gastauftritt des israelischen Künstlers im Konzerthaus Bozar. Zuvor hatte dessen Leitung angekündigt, dass das Orchester im Herbst in der belgischen Hauptstadt gastieren werde. Auf dem Programm stehen sollen dann unter anderem Dmitri Schostakowitschs erstes Violinkonzert und Modest Mussorgskys »Bilder einer Ausstellung«. Als Solistin ist die Niederländerin Janine Jansen vorgesehen.

Lahav Shani sei der »kulturelle Botschafter eines Regimes, das Völkermord begeht und illegale Kriege führt, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden«, wetterte der 1996 im algerischen Oran geborene Horch, der als Flüchtling nach Belgien kam. Wie beim Eurovision Song Contest (ESC) sei es auch in diesem Fall »Zeit für einen eindeutigen Kulturboykott« gegen Israel, so der Grünen-Chef.

Bereits im vergangenen Jahr wurde Shani in Belgien boykottiert. Auf Druck aus der Politik strich das Flandern-Festival Gent kurzerhand ein Konzert der Münchner Philharmoniker vom Spielplan. Es gebe keine Klarheit über Shanis »Haltung gegenüber dem genozidalen Regime in Tel Aviv«, hieß es damals.

Gegen die Streichung regte sich nicht nur in Deutschland Protest und große Empörung. Belgiens Premierminister Bart De Wever nannte die Entscheidung der Festival-Verantwortlichen falsch und besuchte demonstrativ ein Konzert des Münchner Orchesters in Essen, gemeinsam mit dem deutschen Botschafter in Belgien, Martin Kotthaus.

Die Forderungen nach einem Boykott gegen israelische Künstler sind im Königreich der........

© Juedische Allgemeine