menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Im Zweifel für das Narrativ?

17 0
18.08.2026

18. August 2026 – 5. Elul 5786

AboAngebote PrintAbo-Service

AboAngebote PrintAbo-Service

Im Zweifel für das Narrativ?

Die »tageszeitung« (taz) veröffentlichte einen Beitrag eines Deutsch-Palästinensers, der nicht nur unrichtige Aussagen enthält, sondern eine sehr fragwürdige Erzählung propagiert

Dass man bereits online gegangene Texte nachträglich korrigieren muss, gehört zum Arbeitsalltag von Journalisten. Dass wichtige Korrekturen erst vorgenommen werden, nachdem die Fehler in den sozialen Medien lang und breit diskutiert wurden, ist hingegen unüblich. Doch so geschah es im Fall eines Gastbeitrags von Mohamed Ibrahim in der »tageszeitung« (taz). Die Überschrift lautete: »Solidarität mit Palästina in der BRD: Warum ich die Vorsilbe ›Deutsch‹ wieder ablegte«. Der Text wurde bereits am 4. August online veröffentlicht, aber erst jetzt an zwei wichtigen Stellen verändert.

Ibrahim, Sohn eines 1945 im heutigen Israel geborenen Palästinensers, schildert in dem 17.000 Zeichen langen Beitrag seine und die Lebensgeschichte seiner Eltern als Flüchtlinge in West-Berlin. Sein Vater, schreibt er in der ursprünglichen Textfassung, sei an Kinderlähmung (Polio) erkrankt, weil er »durch die Vertreibung« im Zuge der Staatsgründung Israels 1948 »die Impfung gegen Kinderlähmung nicht rechtzeitig« erhalten habe.

Das Problem an der Geschichte: Der erste Impfstoff gegen Polio wurde 1955 in den USA entwickelt und war zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Vertreibung von Ibrahims Vater noch gar nicht verfügbar. Auf diesen Fakt wiesen vergangene Woche zahlreiche Kommentatoren in den sozialen Netzwerken hin. Doch erst am Montag rang sich die »taz«-Redaktion zu einer Korrektur durch. Der Satz über die angeblich verpasste Impfung wurde ersatzlos gestrichen.

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Soziale Netzwerke zulassen

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Es war nicht der einzige Fehler im Text. Auch die Behauptung des Verfassers, seine Familie sei 1973 aus dem Libanon wegen des Bürgerkriegs geflohen,........

© Juedische Allgemeine