Deutsche Nahostpolitik: Es ist Zeit für einen Kurswechsel
29. März 2026 – 11. Nissan 5786
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Deutsche Nahostpolitik: Es ist Zeit für einen Kurswechsel
Die wirtschaftliche Dynamik der Abraham-Abkommen ist längst sichtbar. Deutschland sollte diese Initiative nicht begleiten, sondern anführen, fordert der CEO von ELNET
29.03.2026 11:40 Uhr
Der Nahe Osten steht vor einer geopolitischen Zäsur. Das iranische Regime verliert sichtbar an Einfluss – und mit ihm eine Ordnung, welche die Region über Jahrzehnte durch Stellvertreterkriege, ideologische Konfrontation und permanente Eskalation geprägt hat. Daraus entsteht ein strategisches Fenster, wie es sich nur selten öffnet.
Für Europa, insbesondere für Deutschland, ist das keine abstrakte Entwicklung. Es ist eine Bewährungsprobe. Die zentrale Frage lautet: Ist Deutschland bereit, seine Interessen zu definieren und durchzusetzen? Oder verharrt es weiter in strategischer Ambiguität und diplomatischem »Hedging«?
Die Abraham-Abkommen zwischen Israel und den arabischen Staaten seit 2020 haben gezeigt, wie schnell sich politische Realitäten im Nahen Osten verändern können. Israel und mehrere arabische Staaten haben ihre Beziehungen normalisiert. Entgegen alten Friedensformeln haben sie damit eine neue Dynamik geschaffen – wirtschaftlich, technologisch und sicherheitspolitisch. Diese Dynamik ist real, belastbar und wachsend.
Jetzt geht es um den nächsten Schritt, sozusagen die Abraham Accords 2.0. Und es geht um die Frage, wer diese neue Ordnung prägen wird.
Deutschland zögert zu sehr
Bundeskanzler Friedrich Merz hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar eine überfällige Klarstellung vorgenommen: Europa lebt in einer Welt der Machtpolitik. Doch diese (richtige) Diagnose bleibt folgenlos, wenn aus ihr kein politisches Handeln erwächst.
Der Bundeskanzler hat Führung angekündigt, aber noch nicht konkretisiert, was dies für Deutschland bedeutet. Genau hier liegt das altbekannte Problem deutscher Außenpolitik: Die Einsicht ist da, aber der Wille zum konsequenten Handeln fehlt.
Bundespräsident Frank-Walter........
