So viele Verluste
20. April 2026 – 3. Ijar 5786
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Mein Vater floh vor der Schoa, wurde beinahe in seinem Kibbuz ermordet und starb als Flüchtling im eigenen Land. Der Gedenktag wird dieses Jahr für mich besonders schmerzhaft sein
Am Dienstag gedenken wir in Israel den gefallenen Soldaten und Opfern von Terroranschlägen. Am Vorabend findet in Tel Aviv eine zentrale Zeremonie statt, die im Fernsehen übertragen wird. Dort wird auch ein Gedicht meines Vaters verlesen, des israelischen Dichters Anadad Eldan, der das Massaker vom 7. Oktober überlebt hat.
Mein Vater und meine Mutter waren in Be’eri, dort, wo schon ich geboren wurde. Sie waren Zuhause, als die Terroristen den Kibbuz stürmten, 102 Bewohner ermordeten, und 32 Geiseln nahmen.
Zum Zeitpunkt des Massakers war mein Vater 99 Jahre alt – und meine Mutter 88. Meine Eltern waren an jenem Samstagmorgen allein in ihrem Haus. Die Pflegerin war zwei Tage zuvor gegangen, eine Neue noch nicht angekommen.
Sie waren alt und sie waren allein, als die Terroristen kamen
Terroristen drangen in das Haus ein, bedrohten meine Eltern, verlangten von meiner Mutter die Schlüssel für ein Auto, das sie gar nicht besitzen, feuerten von vorne und von hinten auf das Haus, schossen auf den Warmwasserspeicher auf dem Dach, Wasser strömte durch die Decke ins Haus, und darin saßen meine betagten Eltern auf ihren Rollatoren.
Im Nachbarhaus wurde währenddessen ein guter Freund ermordet. In ihrem Garten wurde ein Freund getötet, der kam, um ihnen zu Hilfe zu eilen. Auf der anderen Straßenseite wurden Freunde ermordet und in ihren Häusern lebendig verbrannt, Freunde wurden entführt und die Leichen ermordeter Freunde nach Gaza verschleppt. Letztlich waren wir alle Freunde in Be’eri. Und viele davon starben an........
