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Bitterer Alltag

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18.06.2026

18. Juni 2026 – 3. Tamus 5786

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Rias-Antisemitismusbericht

Manchmal sind es Gesten, manchmal Pöbeleien, manchmal übelste Drohungen und Gewalt: Jüdinnen und Juden erleben in Deutschland täglich Feindseligkeit. Was tut die Gesellschaft?

In einer Erfurter Straßenbahn wird ein Mann mit einer Davidstern-Kette von einem anderen Passagier beschimpft und verprügelt. In München schlagen zwei Passanten einen Mann, der ein T-Shirt mit aufgedrucktem Davidstern trägt. In Hessen brüllt ein Mann einem Rabbiner beim Einkaufen im Supermarkt »Free Palestine« entgegen und schubst ihn.

Drei Beispiele aus dem Jahresbericht »Antisemitische Vorfälle in Deutschland 2025« des Bundesverbands der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Rias). Insgesamt 8.725 antisemitische Vorfälle hat das Netzwerk im vergangenen Jahr erfasst – von »verletzendem Verhalten« bis zu extremer Gewalt, von »israelbezogenem Antisemitismus« bis zu rechtsextremer Geschichtsleugnung, ob im Internet oder im täglichen Leben.

»Antisemitismus droht, sich zu normalisieren.«

»Antisemitismus droht, sich zu normalisieren.«

»Antisemitismus droht, sich zu normalisieren.« Mit diesen Worten warnte Rias-Geschäftsführer Benjamin Steinitz bei der Vorstellung der Zahlen. »Bei mir ist der Eindruck entstanden, dass sich die nichtjüdische Mehrheitsgesellschaft an das erschreckende Ausmaß des Antisemitismus gewöhnt hat.« Der Bundesbeauftragte gegen Antisemitismus, Felix Klein, sagte, Antisemitismus sei für viele Jüdinnen und Juden »bitterer Alltag«. »Und genau das darf unsere Gesellschaft nicht länger hinnehmen.«

Die Zahlen stagnieren auf hohem Niveau

Rias ist ein Netzwerk von Meldestellen für Betroffene oder Zeugen. Erfasst werden also nicht nur strafbare Taten wie Angriffe, Bedrohungen oder Beleidigungen, sondern auch verletzende Äußerungen und Vorfälle. 2025 wurden insgesamt fast exakt so viele Fälle registriert........

© Juedische Allgemeine