»Wer nicht kämpft, hat schon verloren«
27. März 2026 – 9. Nissan 5786
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Jüdischer Wahlkämpfer
»Wer nicht kämpft, hat schon verloren«
David Rosenberg über den Wahlkampf in Rheinland-Pfalz, die Niederlage seiner Partei und warum er sich gerade als junger Jude weiter politisch engagieren will
Herr Rosenberg, Sie haben die letzten Wochen für die SPD in Rheinland-Pfalz Wahlkampf betrieben. Wie haben Sie den Wahlabend erlebt?Ich war letzten Sonntag in Mainz, in den Räumen der Fraktion, zusammen mit einem Freund. Wir sind mit der Erwartung hingefahren, dass wir etwas zu feiern haben. Die ersten inoffiziellen Zahlen sahen auch gar nicht schlecht aus – mal lagen wir vorne, mal knapp dahinter. Kurz vor 18 Uhr war die Stimmung extrem angespannt. Ein stickiger Raum, alle nervös. Und dann kam das Ergebnis – und es wurde still. Fassungslosigkeit. Gleichzeitig hörten wir die Jubelschreie aus der CDU-Fraktion und kurz darauf auch die von der AfD; beide hatten sich ebenfalls im gleichen Gebäude beim Landtag versammelt.
In Rheinland-Pfalz hat die AfD ihr bisher bestes Ergebnis in einem westdeutschen Bundesland erzielt. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?Wir haben hier einige strukturschwache Regionen – etwa Pirmasens oder Teile von Kaiserslautern. Dort hat der Strukturwandel tiefe Spuren hinterlassen. Große Hoffnungen, etwa auf neue Industrieprojekte und Arbeitsplätze, haben sich nicht erfüllt. Wenn solche Perspektiven wegbrechen, wächst die Enttäuschung. Aber selbst in wohlhabenderen Regionen haben viele das Gefühl, sich das tägliche Leben kaum noch leisten zu können. Wenn Benzinpreise über die Zwei-Euro-Marke steigen und der Wocheneinkauf immer teurer wird, entsteht Frust. Die AfD nutzt das, indem sie einfache Lösungen für komplexe Probleme anbietet – und das verfängt. Gleichzeitig beobachte ich, wie........
