Nachdenken über Siri Hustvedt
14. Februar 2026 – 27. Schwat 5786
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Nachdenken über Siri Hustvedt
Die Regisseurin Sabine Lidl hat eine sehenswerte Dokumentation über die amerikanische Schriftstellerin gedreht – ein Filmtipp
Das »Steilneset« im äußersten Nordosten Norwegens, in Vardø, einem kleinen Ort am Polarkreis, ist ein langer, schmaler Gang aus Holz. Er ist dunkel. Draußen weht der Wind von der nahen Barentsee, innen flackern Lampen, die den schlichten Gedenkort aufzuhellen versuchen. Aber er bleibt schummerig, er bleibt düster. Das Holz knarrt beim Durchgehen.
An den Wänden aus Stoff hängen Todesurteile – für 77 Frauen und 14 Männer. Sie alle wurden bei Hexenprozessen im Jahr 1691 ermordet. »Weil sie getrunken und mit dem Teufel getanzt hat«, flüstert Siri Hustvedt beim Blick auf eine der »Urteilsbegründungen«, dann geht sie weiter. Wenn sie das »Steilneset Memorial« verlassen wird, wenn sie in dem Glaspavillon und in der Feuerstuhl-Installation von Louise Bourgeois stehen wird, dann ist das nur einer von vielen leisen, aber kraftvollen Momenten des Films Dance Around the Self.
Paul Auster war Siri Hustvedts »Lebensmensch«
Der fast zweistündige Dokumentarfilm von Sabine Lidl über die Schriftstellerin Siri Hustvedt, der am Freitagabend auf der Berlinale gezeigt wurde, ist ein Film zum Umarmen, zum Nachdenken, Staunen, ein Film über die Kraft, das Schreiben und die eigene Kreativität von Frauen. Es ist aber auch ein Film über die ehrliche Freundschaft und die tiefe Liebe zu einem Mann. Hustvedt nannte ihn ihren »Lebensmensch« – Paul Auster.
Über diesen Lebensmensch hat Regisseurin Sabine Lidl bereits 2019 eine........
