Mit dem Aufzug ins Jahr 1938
12. März 2026 – 23. Adar 5786
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Mit dem Aufzug ins Jahr 1938
»Das geheime Stockwerk« zeigt die Zeitreise eines Jungen als Detektivgeschichte. Ein gelungener und mehrfach ausgezeichneter Kinderfilm
Kann ein Kinderfilm die Verbrechen des Nationalsozialismus thematisieren, ohne zu traumatisieren? Und zugleich einen Bezug zur Gegenwart herstellen? Regisseur Norbert Lechner gelingt dies in seinem neuen Kinderfilm Das geheime Stockwerk. Der zwölfjährige Karli hilft seinen Eltern bei der Renovierung des eigenen Hotels in den Bergen. Er entdeckt, dass er im Lastenaufzug in das Jahr 1938 reisen kann.
In dem Hotel mit dem schön gewählten Namen »Europa« ist der Nationalsozialismus omnipräsent: Hakenkreuzbanner hängen von den Wänden, an der Rezeption krakeelt ein Nazi-Gast. Karli flieht zurück in den Aufzug und in seine eigene Zeit, wagt aber bald einen zweiten Besuch. Nun begegnet er dem jüdischen Mädchen Hannah Friedländer, das mit seinem Vater im Hotel zu Gast ist, und dem Schuhputzer-Jungen Georg. Sie freunden sich an.
Gekonnt thematisiert das Drehbuch in 95 Minuten über den Kunstgriff des Whodunit die lebensbedrohliche Situation von Jüdinnen und Juden in Deutschland von 1938.
Karli, gespielt von Silas John, wird sich seiner Verantwortung als »Zeitreisender« bewusst und fängt an, Fragen zu stellen. Hannah, dargestellt von Annika Benzin, berichtet ihm von der Entrechtung, Ausplünderung und Gewalt gegen Jüdinnen und Juden in ihrer Heimatstadt Berlin. Karli begreift, dass seine Freundin und deren Vater in Lebensgefahr sind. Der junge Schuhputzer Georg, verkörpert von dem Österreicher Maximilian Reinwald, zeigt in seinem Part, wie sehr Kinder durch........
