Auschwitz-Überlebende fordern Konzertverbote für Kanye West
11. April 2026 – 24. Nissan 5786
AboAngebote PrintAbo-Service
AboAngebote PrintAbo-Service
Auschwitz-Überlebende fordern Konzertverbote für Kanye West
Kanye Wests geplante Shows in Polen und Italien sorgen für Empörung. Holocaust-Überlebende fordern von Regierungen und Veranstaltern ein klares Signal - wie zuletzt aus Großbritannien
11.04.2026 20:54 Uhr
Auschwitz-Überlebende begrüßen die Einreiseverweigerung für den US-Rapper Kanye West durch die britische Regierung und fordern ähnliche Schritte auch von anderen europäischen Staaten. Das erklärte Christoph Heubner vom Internationalem Auschwitz Komitee während eines Aufenthalts in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau.Die Entscheidung Londons sei von Überlebenden weltweit »mit großer Erleichterung und Zustimmung« aufgenommen worden, sagte Heubner. Zugleich dankten sie dem britischen Premierminister Keir Starmer für dessen Haltung. Diese sollte aus Sicht der Überlebenden auch von anderen Staaten in Europa übernommen werden.
Hintergrund sind geplante Auftritte des Rappers in Polen und Italien im Sommer. Konzerte sind laut Heubner für Juni und Juli unter anderem im polnischen Chorzów sowie in der Region Emilia-Romagna vorgesehen. Die Überlebenden hofften, dass Veranstalter die Einladungen zurückziehen und die Regierungen eine mögliche Einreise verhindern.
Zur Begründung verwies Heubner auf frühere Äußerungen des Künstlers. Diese hätten nicht nur Überlebende des Holocaust und ihre Familien verletzt, sondern könnten auch antisemitische Einstellungen fördern.
Immer wieder rassistische und antisemitische Äußerungen
Die britische Regierung hatte West zuletzt die Einreise in das Vereinigte Königreich verweigert. Die Entscheidung folgte auf die Debatte über geplante Auftritte des 48-Jährigen bei einem Festival in London in diesem Sommer. West war in der Vergangenheit immer wieder mit rassistischen und antisemitischen Äußerungen aufgefallen. Premierminister Keir Starmer hatte die Planung als »zutiefst besorgniserregend« bezeichnet.
West hatte im vergangenen Jahr ein Lied mit dem Titel »Heil Hitler« veröffentlicht. Anfang 2026 hatte er in Form einer ganzseitigen Anzeige im »Wall Street Journal« um Entschuldigung gebeten. »Ich bin weder ein Nazi noch ein Antisemit«, schrieb der Ex-Ehemann von Kim Kardashian und führte seine früheren Äußerungen auf eine bipolare Störung zurück. dpa
Wenn der Maler Navot Miller im Flugzeug sitzt, ist er in einer Welt, die ihn für eine kurze Zeit vor der Schwere der Realität schützt. Gedanken von unterwegs
von Navot Miller 10.04.2026
Europa darf Israel nicht im Stich lassen
Während die USA und Israel der Bedrohung durch das Mullah-Regime militärisch begegneten, standen die Europäer an der Seitenlinie und übten Kritik. Die nun herrschende Feuerpause gibt ihnen Gelegenheit, ihre Haltung zu überdenken
von Rafael Seligmann 10.04.2026
Netflix-Dokumentation
Der Mann, der die Chili Peppers Red Hot machte
Man kann ohne weiteres behaupten, dass die Rockwelt ohne Hillel Slovak weniger bunt wäre. Eine Streaming-Doku hat dem in Israel geborenen ersten Gitarristen der Chili Peppers ein Denkmal gesetzt
von Richard Blättel 07.04.2026
London verweigert US-Skandalrapper Kanye West die Einreise
US-Skandalrapper Kanye West darf nach seinen antisemitischen und rassistischen Aussagen nicht nach Großbritannien reisen. Das hat auch gravierende Auswirkungen auf das mit ihm geplante Festival
Zeit, Zionist zu sein!
Fünf Gründe, den jüdischen Staat zu lieben – mit all seinen Stärken und Schwächen
von Daniel Neumann 07.04.2026
Israelis und die Freude am Leben
Trotz Kriegen und Terror landet der jüdische Staat weit vorn auf Platz 8. Die Forscherin Anat Fanti erklärt, warum
von Sabine Brandes 06.04.2026
Omer Klein: »The Poetics«
Der israelische Pianist hat ein neues Album veröffentlicht. Es ist ein analoges Klangerlebnis, das innere und äußere Räume weit öffnet
von Ayala Goldmann 06.04.2026
»Man darf Kulturen nicht vergleichen«
Die Schriftstellerin und Ärztin über die Folgen einer Emigration, ihr Verhältnis zur Ukraine und das Leben als Jüdin in Deutschland – allesamt auch Themen ihres Romans »Zugwind«
von Maria Ossowski 05.04.2026
»Toxibaby« erzählt von einer toxischen deutsch-jüdischen Beziehung
von Katrin Diehl 04.04.2026
+49 30 275833 0 Mo-Do 9-17 Uhr Fr 9-14 Uhrverlag@juedische-allgemeine.deredaktion@juedische-allgemeine.de
© 2026 Jüdische Allgemeine Impressum/Datenschutzerklärung/AGB/Privatsphäre
