Antisemitismus auf Höchststand seit mehr als drei Jahrzehnten
29. Juli 2026 – 15. Aw 5786
AboAngebote PrintAbo-Service
AboAngebote PrintAbo-Service
Antisemitismus auf Höchststand seit mehr als drei Jahrzehnten
Die Untersuchung erfasst die sieben Länder mit den größten jüdischen Bevölkerungen außerhalb Israels, darunter Deutschland
29.07.2026 09:36 Uhr
Die Zahl antisemitischer Angriffe und Vorfälle in den größten jüdischen Gemeinschaften der Welt hat 2025 einen traurigen Rekord erreicht. Nach einem neuen Bericht einer Arbeitsgruppe war das vergangene Jahr das tödlichste für jüdische Menschen außerhalb Israels seit mehr als 30 Jahren. Israelische Medien berichteten. Die Untersuchung erfasst die sieben Länder mit den größten jüdischen Bevölkerungen außerhalb Israels: die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Australien und Argentinien, kurz J7. Zusammen leben dort mehr als 90 Prozent der jüdischen Diaspora.
Dem Bericht zufolge wurden 2025 in diesen Staaten mehr als 23.000 antisemitische Vorfälle registriert. Das entspricht einem Anstieg von 136 Prozent gegenüber 2022, also dem Jahr vor dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023. Gewalttaten nahmen im selben Zeitraum um 97 Prozent zu.
Insgesamt starben im vergangenen Jahr 20 Menschen bei antisemitisch motivierten Angriffen in Sydney, Manchester, Washington und Boulder. Damit war 2025 das schlimmste Jahr für antisemitische Gewalt gegen Juden außerhalb Israels seit 1994, als beim Bombenanschlag auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA in Buenos Aires 85 Menschen getötet wurden.
»Keine vorübergehende Welle«
Besonders schwer wogen mehrere tödliche Attacken: Bei einem Anschlag während einer Chanukka-Feier am Bondi Beach in Sydney kamen 15 Menschen ums Leben. Zwei Menschen wurden an Jom Kippur bei einem Angriff auf die Synagoge im Heaton Park in Manchester getötet. Zwei weitere Opfer gab es bei einem Angriff auf das Capital Jewish Museum in Washington, D.C., eine Frau wurde in Boulder getötet.
»Antisemitismus in den sieben J7-Staaten ist keine vorübergehende Welle mehr, sondern unsere neue Realität«, erklärte die Arbeitsgruppe in einer gemeinsamen Stellungnahme. Regierungen müssten........
