menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

„Blutspur Antwerpen“ – Ein Lehrstück in Sachen Antisemitismus

24 0
27.07.2026

27. Juli 2026 – 13. Aw 5786

AboAngebote PrintAbo-Service

AboAngebote PrintAbo-Service

»Blutspur Antwerpen« – Ein Lehrstück in Sachen Antisemitismus

Keine einzige Rezension hat den Krimi bislang als das gewertet, was er ist: Ein rassistisches Machwerk in Gestalt einer »antisemitischen Parabel«

Am 11. Juli 2026 hatte im Ersten der Spielfilm »Blutspur Antwerpen« Premiere. Der Krimi ist ein Lehrstück in Sachen israelbezogenem und postkolonialem Antisemitismus. Im belgischen Antwerpen wird das Männermodel Jean-Baptiste Kalemba von einem vermummten flüchtigen Radfahrer ermordet. Die belgische Kommissarin Louma Shapiro ermittelt, die kurz darauf mit Kisha Kalemba, der Halbschwester des Opfers, die aus dem Kongo zu Besuch ist, Kontakt aufnimmt. Der Mord war eine Verwechselung und galt in Wirklichkeit ihr.

Kisha gilt einem kriminellen Netzwerk als Störfaktor, da sie das schmutzige Geschäft mit »Blutdiamanten« im Kongo sowie die Ausbeutung und Gefährdung von Kindern in den dortigen Minen anprangert. Kisha hasst hierfür den belgischen Diamantenhändler Abel Hoffmann, der vorgibt mit »Fair-Trade-Steinen« zu handeln. Wie zu erwarten, löst die Kommissarin am Ende den heiklen Fall. Hoffmann landet vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Der Krimi endet, als sich die Türen des Sitzungssaales schließen. Der Zuschauer erwartet eine gerechte Strafe für den abgrundtiefen Bösewicht.

Der Transfer des pejorativen Bildes vom habgierigen, Fäden ziehenden Juden (»Protokolle der Weisen von Zion«) wird überdeutlich, wenn am Ende des Krimis der belgisch-jüdische Hoffmann nicht vor einem belgischen Strafgericht landet, sondern vor dem IGH in Den Haag.

Der Transfer des pejorativen Bildes vom habgierigen, Fäden ziehenden Juden (»Protokolle der Weisen von Zion«) wird überdeutlich, wenn am Ende des Krimis der belgisch-jüdische Hoffmann nicht vor einem belgischen Strafgericht landet, sondern vor dem IGH in Den Haag.

Keine einzige Rezension hat den Krimi bislang als das gewertet, was er ist: Ein rassistisches Machwerk in Gestalt einer »antisemitischen Parabel«. Mit seinem stereotypen, »klassisch jüdischen Namen« steht Hoffmann für das Pejorativ des »jüdischen Kapitalisten«. Hoffmann ist der »koloniale, kapitalistische Ausbeuter«, der »Kindermörder-Jude« (vergleiche die Ritualmordlegende). Letztlich steht........

© Juedische Allgemeine