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Erst Rivalinnen, dann Freundinnen

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08.10.2026

08. Oktober 2026 – 27. Tischri 5787

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Erst Rivalinnen, dann Freundinnen

Israelische Nachwuchsfußballerinnen aus sieben Jugenddörfern spielen gegen Makkabi

Die Augen strahlen, und ihr Gesicht glänzt aufgeregt, als Shira sich an den Abend erinnert, der so frustrierend hätte sein können für die 16-Jährige und ihre Teamkolleginnen. Die Dunkelheit hatte sich bereits über den Sportcampus des TuS Makkabi Frankfurt gelegt, der Regen ließ weniger den Kunstrasen als den Ball glitschig werden, als die Israelinnen vergeblich versuchten, der U15 der Eintracht Paroli zu bieten. Nur noch der Schiedsrichter auf dem Feld und die Eltern der Adlerträgerinnen am Rande zählten die Tore mit, die die Gäste aus dem Ausland kassierten. Selbst einen Ehrentreffer konnten sie sich gegen die athletisch und fußballerisch dominierenden Hessinnen nicht verdienen.

»Du gibst alles, 100 Prozent«, erzählt Shira. Aber es überraschte weder sie noch ihre Mitspielerinnen, die vorher kaum zusammen trainiert hatten, dass sie keine Chance hatten gegen die eingespielte Formation aus dem Frankfurter Nachwuchsleistungszentrum. »Doch danach ist etwas passiert, was ich noch nie erlebt habe«, sagt Shira. »Du kämpfst, dann ziehst du dich um und hast gemeinsam Spaß mit den Gegnerinnen. Im Spiel waren wir Rivalinnen, dann beste Freundinnen.« Der Partie schloss sich ein Essen an, bei dem die Mädchen TikTok-Videos drehten und einander einzelne Sätze ihrer Sprachen lehrten. »Es war eine fantastische Erfahrung«, schwärmt Shira.

Eine Woche verbringen sie und 13 andere Fußballspielerinnen aus sieben Jugenddörfern in Israel samt drei Betreuern in Deutschland. Regelmäßig organisiert die Kinder- und Jugend-Aliyah derartige Begegnungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, wie Pava Raibstein sagt. Sie führt in Deutschland die Geschäfte der Organisation, die 1933 in Berlin gegründet wurde, um jüdische Kinder vor der zunehmenden Bedrohung des NS-Regimes nach Israel in Sicherheit zu bringen.

Heute untersteht das Hilfswerk dem dortigen Erziehungsministerium. 30.000 Jungen und Mädchen zwischen zwölf und 18 Jahren leben in den mehr als 200 Jugenddörfern, von denen die ersten entstanden, weil den Kindern, die nach Israel kamen, ein passenderes Umfeld geboten werden sollte als jenes in den Kibbuzim der Erwachsenen. Auch jetzt noch zögen jährlich mehr als 60 Kinder aus dem Ausland in die Einrichtungen.

In ihrer Heimat gibt es keine größere jüdische Gemeinschaft

Sara stammt aus Mexiko und hat sich vor zwei Jahren dazu entschlossen, diesen Weg zu gehen. In ihrer Heimat gebe es keine größere jüdische Gemeinschaft, aber sie sei von ihrer Mutter in dem Glauben erzogen worden.  »Das Bild Israels ist das eines Landes mit Krieg und Problemen«, sagt die 17-Jährige. Aber sie selbst fühle sich dort sicherer als in........

© Juedische Allgemeine