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Wahre Freiheit gibt es nicht geschenkt

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29.03.2026

29. März 2026 – 11. Nissan 5786

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Wahre Freiheit gibt es nicht geschenkt

Wahre Freiheit gibt es nicht geschenkt

Warum Sicherheit ohne Freiheit weder für Israel noch für den Iran eine Zukunft bietet. Gedanken zu Pessach von Rabbinerin Elisa Klapheck

 29.03.2026 10:29 Uhr

Man bekommt das, was zu einem gehört, zumeist zwei Mal. Das erste Mal geschenkt; das zweite Mal muss man es sich erarbeiten.

Moses macht es in der Tora vor. Das erste Mal bekommt er auf dem Berg Sinai die Gesetzestafeln, ohne dass Gott eine Gegenleistung erwartet. Doch als Moses vom Berg hinabsteigt, hat die Bevölkerung bereits ihre Freiheit verspielt und tanzt um das Goldene Kalb. Aus Wut zerschlägt Moses die Gratis-Tafeln. Dann muss er noch einmal hinaufsteigen. Dieses zweite Mal verlangt Gott von Moses, dass er die Gesetzestafeln selbst herstellt. Die dahinterstehende Erkenntnis: Dinge werden nur gewertschätzt, wenn man etwas für sie tun muss.

Auch Deutschland bekam die Demokratie nach dem Zweiten Weltkrieg geschenkt. Jetzt ist die Zeit, in der sich herausstellen wird, ob die Freiheit hält.

Die Israeliten haben die Freiheit mehrfach erhalten. Das erste Mal wurde sie ihnen von Gott geschenkt, als er sie mit starker Hand und ausgestrecktem Arm aus der Sklaverei in Ägypten geführt hat. Aber dann zeigte sich das Volk in der Wüste mehrfach unwürdig. Der Preis war relativ milde. Es musste erst einmal 40 Jahre in der Wüste umherirren, damit eine neue Generation heranwachsen........

© Juedische Allgemeine