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Netanjahu braucht die Hisbollah für seinen Machterhalt

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01.04.2026

Netanjahu braucht die Hisbollah für seinen Machterhalt

Stand: 01.04.2026, 10:23 Uhr

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Der israelische Premier hat kein Interesse an einem Sieg. Die permanente Bedrohung sichert seine Position. Nur sein Sturz könnte den Krieg beenden. Ein Kommentar.

Es ist jene Propagandaregel aus Orwells „1984“ (paraphrasiert): Du kannst auch noch den größten Stuss reden – wenn du das nur oft und eindringlich genug tust, wird der irgendwann für bare Münze genommen werden. Dass dem so ist, hat seinerzeit der Ostblock bewiesen, als selbst seine propagandisierende Nomenklatura begann, die eigenen Lügen zu glauben. Benjamin Netanjahu glaubt dagegen kaum, was er so von sich gibt.

Um es kurz zu machen: Der israelische Ministerpräsident kann nicht das geringste Interesse an der Zerschlagung der Hisbollah haben – egal, wie oft er und sein rechtsradikales Kabinett ihren Vernichtungswillen dokumentieren. Die Hisbollah spielt genau wie die Hamas eine vitale Rolle in der momentanen Politik Israels: die der fortwährenden Bedrohung, durch die jedes noch so unerträgliche bis schlicht illegale Mittel im Innern seine Funktion erfüllt – den Machterhalt Netanjahus.

Die Pro-Palästina-Fraktion mag sich da auf die Brust trommeln: Man habe ja schon immer „from the river to the sea“ recht gehabt. Dem ist natürlich nicht so. Sie lässt sich genauso instrumentalisieren wie die Fanatiker, die sie antreiben, und wie die Extremisten in Israels Regierungskoalition. Netanjahu hat sie alle im Griff. Allein zu seinem Vorteil. Wohlgemerkt: Man muss Netanjahu dafür objektiv Respekt zollen. So viele Puppen tanzen zu lassen, darunter der notorisch unlenkbare Trump und noch obendrein drei Kriege gleichzeitig … Die Crux dabei: Netanjahu braucht alle diese Puppen. Das Schauspiel seines Machterhalts ist davon abhängig, dass er diese Figuren weiterführen kann. Deshalb kann keine dieser Puppen wirklich je abtreten.

1976 kam bei der Befreiung der Geiseln des Fluges 139 der Air France im ugandischen Entebbe aufseiten der israelischen Befreier allein ihr Kommandeur, Oberstleutnant Joni Netanjahu, ums Leben. Er war der Bruder des heutigen israelischen Ministerpräsidenten. Der Legende nach sagten die trauernden Kommandosoldaten später, „der falsche Netanjahu“ sei ums Leben gekommen.

Die Hoffnung – die zuletzt stirbt – muss aber sein, dass die wirkliche israelische Nation (also nicht jener jüdische Siedlerverschnitt quasi islamistischer Ausprägung) so schnell wie möglich Netanjahu stürzt. Denn sonst wird der Nahe Osten nie zur Ruhe kommen.


© Frankfurter Rundschau