Schneller, einfacher – korrupter?
Schneller, einfacher – korrupter?
Stand: 10.02.2026, 18:03 Uhr
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Beim Bürokratieabbau macht Deutschland Tempo. Gut so – aber Skepsis muss erlaubt sein. Ein Kommentar.
Es ist wie ein Tritt auf die Euphoriebremse: Transparency International warnt Deutschland in seinem Jahresbericht zur Korruption vor einem „Abwärtstrend“ im Zuge des Bürokratieabbaus. Zwar hat sich Deutschland im jährlichen Index der Nichtregierungsorganisation verbessert. Doch laut dem Bericht vom Dienstag könnte die Beschleunigung und Verschlankung öffentlicher Abläufe Folgen haben: „Gerade in Anbetracht der neuen Sondervermögen brauchen wir eigentlich mehr Kontrolle – und nicht weniger“, heißt es.
Dabei hat sich die schwarz-rote Regierung auf die Fahnen geschrieben, den Staat für die großen Aufgaben dieser Zeit „handlungsfähig“ zu machen. Für Infrastruktur und Klimaschutz sollen 500 Milliarden Euro langfristig den Investitionsstau lösen. Mehr als 100 Milliarden Euro stehen für die Bundeswehr bereit als Reaktion auf die russische Bedrohung. Reihenweise werden Gesetze erlassen, die Genehmigungen und Käufe erleichtern.
Und die im Dezember von Bund und Ländern beschlossene „Modernisierungsagenda“ gilt fast als Heilsversprechen gegen den Bürokratiefrust.
Ex-FDP-Chef und Ex-Finanzminister Christian Lindner riet noch vor seinem Wechsel in die Wirtschaft, Deutschland solle „ein klein bisschen mehr Milei oder Musk wagen“. Die Anarchokapitalisten – der eine Präsident von Argentinien, der andere superreicher Trump-Flüsterer aus den USA – müssen aber warnendes Beispiel sein.
Dass in Deutschland enormer Handlungsbedarf besteht, ist indes klar. Der Schwarzmalerei von rechts außen muss mit Tatkraft entgegengetreten werden. Doch zur Wahrheit gehört auch: Eine komplexe Welt braucht Ordnung und Regeln. Und die Welt war wohl lange nicht so vielschichtig, volatil und verwirrend wie heute.
Deswegen kommt die Warnung von Transparency zur rechten Zeit.
Noch sind viele Reformpläne nicht umgesetzt. Allen voran bei den „Genehmigungsfiktionen“ sollte Raum für Zweifel sein. Damit sollen in vielen Feldern Anträge als bewilligt gelten, wenn sie nach dem Ablauf einer Frist von drei Monaten nicht bearbeitet wurden. Das war bislang die Ausnahme, nun soll es die Regel werden. Viel wird geklagt wegen überlasteter Verwaltungen. Was wird getan, um sicherzustellen, dass dadurch nicht Druck zunimmt und das großflächig auf Kosten nötiger Prüfungen geht?
Die Corona-Pandemie war eine Notlage. Doch die Korruption rund um Maskendeals und Testzentren beschäftigt uns bis heute. Eine Erfahrung, die zur Vorsicht mahnt.
