Die USA haben keinen Plan, wie der Krieg gegen Iran enden soll
Die USA haben keinen Plan, wie der Krieg gegen Iran enden soll
Stand: 02.03.2026, 07:41 Uhr
KommentareDruckenTeilen(function(a,b){if(a.navigator.canShare){var c=b.querySelector(".idjs-webshareAction"),d=JSON.parse(a.ippen.b64DecodeUnicode(" eyJ0aXRsZSI6IkRpZSBVU0EgaGFiZW4ga2VpbmVuIFBsYW4sIHdpZSBkZXIgS3JpZWcgZ2VnZW4gSXJhbiBlbmRlbiBzb2xsIiwidGV4dCI6IkRlciBBbmdyaWZmIGF1ZiBJcmFuIGJpcmd0IGRpZSBHZWZhaHIgZWluZXMgRmzDpGNoZW5icmFuZHMuIFRydW1wIGhhdCBrZWluZSBTdHJhdGVnaWUgZsO8ciBkYXMgRW5kZSBkZXMgS29uZmxpa3RzIGVudHdpY2tlbHQuIiwidXJsIjoiaHR0cHM6Ly93d3cuZnIuZGUvbWVpbnVuZy9kaWUtdXNhLWhhYmVuLWtlaW5lbi1wbGFuLXdpZS1kZXIta3JpZWctZ2VnZW4taXJhbi1lbmRlbi1zb2xsLTk0MTkyOTU1Lmh0bWw/dXRtX3NvdXJjZT1fc2hhcmVkJnV0bV9tZWRpdW09d2VzdCZ1dG1fY2FtcGFpZ249aW50ZXJhY3Rpb25iYXIifQ=="));c&&a.navigator.canShare(d)&&(c.style.display="",c.addEventListener("click",b=>{b.preventDefault(),a.setTimeout(function(){a.navigator.share(d)},0)}))}})(window,document);
Der Angriff auf Iran birgt die Gefahr eines Flächenbrands. Trump hat keine Strategie für das Ende des Konflikts entwickelt. Der Leitartikel.
Einmal vorweg: Im Iran herrscht ein brutales Unrechtsregime, das internationalen Terror finanziert und die Bevölkerung im eigenen Land unterdrückt, foltert und ermordet. Der Iran darf niemals die Atombombe bekommen. Die Gefahr, dass das Mullah-Regime mit seinem Vernichtungs-Antisemitismus dann Israel auslöscht, ist groß. Niemand muss diesen Machthabern eine Träne hinterherweinen.
US-Präsident Donald Trump hat also tatsächlich gute Gründe, gemeinsam mit Israel die Herrscher im Iran auszubremsen. Das aktuelle Vorgehen der Amerikaner ist dennoch falsch. Es birgt die Gefahr, erst im Nahen Osten einen Flächenbrand auszulösen und dann die ganze Welt anzuzünden.
Denn die Vereinigten Staaten wissen offensichtlich nicht, wo und wann ihr Angriff enden soll. Das war bei dem Schlag im Sommer 2025 anders. Damals bombardierten Israel und die USA in einem Zwölf-Tage-Krieg Militäranlagen im Iran, um die Produktion einer Atombombe zu verhindern, mindestens um Jahre zu verzögern.
Nach allem, was die Amerikaner hinterher bekanntgaben, war die Aktion erfolgreich. Es wäre nun also genug Zeit für Diplomatie, möglicherweise für ein neues Atomabkommen gewesen. Es war Trump, der in seiner ersten Amtszeit das Atomabkommen von 2015 aufkündigte und damit die Urananreicherung im Iran erneut beschleunigte. An der gefährlichen Lage, dass die Iraner mit dem Bau der Atombombe vorangekommen sind, trägt der US-Präsident also mit Schuld.
Warum also nach nur wenigen Monaten die erneuten Angriffe? Es handelt sich nicht allein um eine militärische Aktion gegen den Bau der iranischen Atombombe. Es ist vielmehr ein Angriff gegen die von dem religiösen Führer Ali Chamenei beherrschte iranische Republik, jenes antiamerikanische Regime, das seit fast 50 Jahren die USA als „großen Satan“ betrachtet.
Das iranische Volk hat der US-Präsident aufgefordert, sich die Macht im eigenen Land zu nehmen. Das ist zynisch. Wer soll denn an die Macht? Die zweite Reihe des Terrorregimes, ähnlich, wie es die USA in Venezuela haben geschehen lassen?
Leider ist strategisch nichts vorbereitet. Die iranische Opposition ist zersplittert. Der Sohn des im Exil lebenden früheren Schahs ist nur die Projektionsfläche für ein freies Leben. In Wahrheit ist die Bevölkerung in ihren religiösen Anschauungen und in ihren ethnischen Abstammungen zerrissen. Eben diese Zerrissenheit kennzeichnet den Nahen Osten insgesamt. Deshalb ist die Gefahr so groß, dass sich dieser Krieg zum Flächenbrand entwickelt. Nicht umsonst haben Saudi-Arabien, Katar und andere versucht, die Amerikaner davon abzuhalten, ihren unbeliebten Nachbarn anzugreifen.
Die USA sind in diesem Krieg nicht nur der große Verbündete Israels. Sie haben eigene Interessen. Es ist unklar, wie lange China und Russland dem Vorgehen von Israel und den USA tatenlos zuschauen. Gleiches gilt für das Nato-Mitglied Türkei, das dem Iran nahesteht. Für Trump birgt sein Vorgehen auch innenpolitisch Risiken. Er hat seiner Maga-Bewegung zugesagt, dass die USA keine neuen Kriege beginnen. Dieses Versprechen bricht er.
Aktionstag 9. MärzWenn Frauen streiken
FriedensfragenWas ist die Alternative zur Aufrüstung?
Die Lage am MorgenFR-üh dran: Iran-Verhandlungen laufen, während Rubio nach Israel will – oder auch nicht
Während die Europäer im Krieg der US-Regierung Bush 2003 gegen den Irak klar ihre Meinung sagten, treten sie nun samtpfotig auf und fordern eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Der Verhandlungstisch ist zwar immer besser als Krieg. Leider ist er in der aktuellen Lage für keine der Kriegsparteien eine Option. Thema des Tages
