FR-üh dran: Cannabis-Werbung vor Gericht – doch von Söder hört man nichts
FR-üh dran: Cannabis-Werbung vor Gericht – doch von Söder hört man nichts
Stand: 12.02.2026, 06:00 Uhr
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Während der Bundesgerichtshof über Cannabis-Werbung verhandelt, ist es merkwürdig still geworden um Markus Söders Anti-Cannabis-Kampagne.
Frankfurt am Main – FR-üh Radar - das steht heute an: Heute ab 10:00 Uhr verhandelt der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe über eine zentrale Frage in der Cannabis-Debatte: Darf ein Internetportal für ärztliche Behandlungen mit medizinischem Cannabis werben oder verstößt das gegen das Heilmittelwerbegesetz für ärztliche Behandlungen? Geklagt hatte der Wirtschaftsverband „Wettbewerbszentrale“. In „FR-üh dran“ fassen wir zusammen, um was es beim Cannabis-Prozess geht und warum Markus Söder seinen Kampf gegen das Kiffen aufgegeben hat.
Wir erklären Ihnen, wie es dazu kam: Kaum hatte 2024 die Ampel-Koalition in Berlin die Cannabis-Teillegalisierung durchgesetzt, da wurden in Bayern schon die Barrikaden errichtet. Ministerpräsident Markus Söder sprach von einem „dämlichen“ Gesetz und kündigte Widerstand an. „Wir werden uns an allem beteiligen, was dieses Gesetz außer Kraft oder verzögert setzt“, so der CSU-Chef laut der Zeit. Es folgte das bayerische „Cannabisfolgenbegrenzungsgesetz“, das hohe Bußgelder für Kiffen am falschen Ort und drastische Hürden für Anbauvereine vorsah. Noch im Februar 2025 erklärte Söder die Teillegalisierung für gescheitert und forderte deren Abschaffung. Der erste Evaluationsbericht zu den Folgen der Teillegalisierung von Cannabis kam im Oktober 2025. Söder aber blieb plötzlich still. Gleichzeitig entstanden Online-Plattformen, die medizinisches Cannabis vermitteln – ein Graubereich, der nun vor Gericht landet.
Hier erfahren Sie, worum es geht, worauf es ankommt und woran es hängt: Der BGH muss heute klären, ob Werbung für medizinische Cannabis-Behandlungen unter das Heilmittelwerbegesetz fällt. Dieses verbietet irreführende Werbung für Arzneimittel und medizinische Behandlungen. Das Problem: Während Cannabis für Freizeitkonsum teillegalisiert ist, bleibt medizinisches Cannabis verschreibungspflichtig. Online-Plattformen nutzen diese Lücke, indem sie Patient:innen mit Ärzt:innen vernetzen, die Cannabis-Rezepte ausstellen. Wie die taz berichtet, sind „Online-Apotheken die großen Gewinner“ der undurchsichtigen, aktuellen Rechtslage. Die Verhandlung könnte entscheiden, ob diese Geschäftsmodelle legal bleiben oder ob strengere Werberegeln greifen.
Espresso-Argumente für die Kaffeeküche
Mit diesen Argumenten punkten Sie bei der politischen Debatte in der Kaffeeküche: „Cannabis ist gefährlicher als Alkohol und gehört verboten“ – Die Wissenschaft sagt etwas anderes. Laut statistischem Bundesamt sterben in Deutschland jährlich mehr als 45.000 Menschen infolge von Alkoholkonsum. Todesfälle durch eine Überdosis Cannabis gibt es dagegen nur in extrem seltenen Einzelfällen.
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„Die Legalisierung führt zu mehr Konsum und Kriminalität“ – Fakten aus anderen Ländern widerlegen diese Behauptung. In Portugal sanken nach der Entkriminalisierung von Cannabis sowohl die Kriminalitätsrate im Zusammenhang mit Drogen als auch die Zahl problematischer Konsument:innen. In Kanada stieg der Konsum kurz nach der Legalisierung an, stabilisierte sich aber in den folgenden Jahren. Und in den Niederlanden, dem Heimatland des legalen Kiffens, ist der Konsum seit jeher stabil und nicht höher als in anderen Staaten Westeuropas.
FR-üh dran – die Lage am Morgen
In unserer Kolumne informieren wir Sie jeden Morgen über den wichtigsten Termin des Tages. Wir fassen zusammen, was ansteht, wie es dazu kam und was daraus folgt. Darüber hinaus bereiten wir Sie als unsere FR-Leser:in mit Argumenten auf die politische Debatte in der Kaffeeküche, am Mittagstisch und auf dem Schulhof vor.
Auf unserer Themenseite finden Sie alle Ausgaben von „FR-üh dran - die Lage am Morgen“ in der Übersicht und noch mehr gute Gründe, warum „FR-üh dran“ zu Ihrem täglichen Morgenritual werden sollte.
Sie sind anderer Meinung, Ihnen fehlen Argumente oder Sie haben ein Thema, dem wir uns in der Kolumne annehmen sollen? Dann schreiben Sie uns oder diskutieren Sie mit in der Kommentarspalte unter diesem Artikel.
Lesen Sie hier schon heute, was als nächstes passieren wird: Das BGH-Urteil zur Cannabis-Werbung wird wegweisend für Online-Plattformen. Parallel plant Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bereits den nächsten Schritt: Medizinisches Cannabis soll wieder nur direkt beim Arzt verfügbar werden.
236 Anzeigen wegen Körperverletzung gingen auf dem Oktoberfest 2024 bei der Münchener Polizei ein. 24 Mal wurde ein Maßkrug als Waffe eingesetzt. Dazu kommen 72 Sexualdelikte, von denen fünf ein Verfahren wegen Vergewaltigung zur Folge hatten. Söder aber sieht die scheinheilige Harmonie des traditionellen Volksbesäufnisses durch Cannabis gefährdet. Während Erwachsene mit Maßkrügen aufeinander losgehen und Minderjährige zwischen Betrunkenen wandeln, gilt der CSU und Söder ein Joint als Gefahr für die Jugend. Vielleicht sollte man mal die Statistiken vergleichen: Wie viele Schlägereien gab es nochmal wegen Cannabis? Ach ja, richtig – null.
