FR-üh dran: 75 Jahre BKA – was passiert, wenn in Washington die digitale Bombe platzt?
FR-üh dran: 75 Jahre BKA – was passiert, wenn in Washington die digitale Bombe platzt?
Stand: 12.03.2026, 06:01 Uhr
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Das Bundeskriminalamt wird 75 Jahre alt. Zum Festakt in Wiesbaden reisen Merz und Dobrindt an. Das erzeugt Widerstand. Die Lage am Morgen in „FR-üh dran“.
Wiesbaden – FRüh Radar – das steht heute an: In Wiesbaden feiert das Bundeskriminalamt heute sein 75-jähriges Bestehen – mit Kanzler Friedrich Merz (CDU), Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) und BKA-Präsident Holger Münch. Ab 15:00 Uhr wird im prunkvollen Kurhaus der hessischen Landeshauptstadt Frestreden gelauscht und Sekt geschlürft. Schon ab 13:00 Uhr versammeln sich in der Grünanlage „Bowlin Green“ Demonstrierende, die Merz und Dobrindt lautstark ihre Meinung sagen wollen. In „FR-üh dran“ blicken wir auf die Geschichte des BKA und die zwei Welten, die heute in Wiesbaden – auf Abstand gehalten von jeder Menge Polizei – aufeinandertreffen.
Wir fassen zusammen, wie es dazu kam: Das Bundeskriminalamt wurde im März 1951 in Hamburg gegründet. 1953 zog es an seinen heutigen Hauptsitz nach Wiesbaden um. Was damals mit einem gedruckten Fahndungsbuch und dem sogenannten Bundeskriminalblatt (einer Art Rundbrief für Polizeibehörden über neue kriminelle Methoden) begann, ist heute eine der zentralen Sicherheitsbehörden Deutschlands. Das Jubiläum dieses Jahr steht unter dem Motto „Sicherheit, Verantwortung, Innovation. 75 Jahre BKA: Gemeinsam das Richtige machen.“ Ein Motto, das klingt, als wolle man sich selbst Mut zusprechen – denn die Herausforderungen, vor denen die Behörde steht, sind alles andere als klein.
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Hier erfahren Sie, worum es geht, worauf es ankommt und woran es hängt: Der Festakt für das BKA ist mehr als Jubiläumsrhetorik. Laut Münch soll er der Weichenstellung bei der Behörde dienen. Der Präsident möchte sein BKA für die Zukunft rüsten, digitalen Gefahren aus dem Ausland begegnen und sich dabei unabhängiger von ausländischen Systemen machen – vorwiegend im Bereich IT. Hintergrund ist auch die wachsende Sorge vor digitaler Abhängigkeit von US-amerikanischen Softwareanbietern. Anbieter wie Palantir, dessen Analysetool „Gotham“ in mehreren Bundesländern eingesetzt wird, betonen zwar die Datenhoheit der jeweiligen Behörden – doch die Frage, was passiert, wenn politischer Druck eines Tages mit gesperrten Zugängen oder Fernabschaltungen einhergeht.
Gleichzeitig formiert sich auf der Straße in Wiesbaden der Widerstand. Unter dem Titel „Merz und Dobrindt die Leviten lesen – kein Platz für Rechtsbrecher“ richtet sich der Protest aber explizit gegen die Regierungsmitglieder, nicht gegen das BKA als Institution.
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„Das BKA braucht mehr Befugnisse und weniger Bürokratie – nur so kann es Kriminelle wirklich stoppen.“ Mehr Befugnisse bedeuten nicht automatisch mehr Effizienz und sind auch keine Garantie für mehr Sicherheit. Das BKA verfügt bereits heute über weitreichende Instrumente – von der Quellen-Telekommunikationsüberwachung bis zu umfangreichen Datenbankzugriffen. Das eigentliche Problem, das BKA-Chef Münch im Interview mit der DPA selbst benennt, ist nicht ein Mangel an Rechten, sondern ein Mangel an Interoperabilität: Daten liegen in verschiedenen „Töpfen“ und können nicht sinnvoll verknüpft werden. Die Lösung heißt also nicht mehr Macht, sondern bessere Koordination – und die erfordert politischen Willen, nicht Grundrechtsabbau.
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„Wer gegen den BKA-Festakt demonstriert, ist gegen Sicherheit.“ Die Organisator:innen der Kundgebung betonen ausdrücklich, dass sich ihr Protest gegen die politischen Gäste richtet – gegen Friedrich Merz und Alexander Dobrindt. Demokratie bedeutet: Man darf Regierungsvertreter:innen auch dann kritisieren, wenn sie gerade auf einer Jubiläumsfeier sitzen. Protest ist kein Angriff auf Sicherheit, sondern ein Ausdruck von ihr.
Lesen Sie hier schon heute, was als Nächstes passieren wird: Der Festakt beginnt heute offiziell um 15:00 Uhr, der Einlass öffnet im Wiesbadener Kurhaus bereits um 14:00 Uhr. Die Feier läuft bis 17:30 Uhr. Bereits ab 13:00 Uhr beginnt die Gegendemonstration auf dem „Bowling Green“. Unterstützt wird die Kundgebung unter anderem vom Wiesbadener Bündnis gegen die Raketenstationierung, der Jüdischen Stimme für den Frieden und Students for Palestine.
Als das BKA 1951 gegründet wurde, bestand sein wichtigstes Fahndungsinstrument aus einem gedruckten Buch. Wer gesucht wurde, stand auf Papier – und die Polizeibehörden der Länder bekamen es per Post. Heute kann das BKA DNA-Spuren automatisiert mit Millionen von Datensätzen abgleichen, Fingerabdrücke in Sekunden identifizieren und ist mit europäischen Systemen vernetzt. 75 Jahre Technologiesprung – und trotzdem diskutiert man 2026 noch immer darüber, ob Aktenordner quer durch die Republik geschickt werden. Manche Dinge ändern sich eben langsamer als andere.
