Friedrich Merz setzt beim Kuschelkurs mit Donald Trump die europäische Einheit aufs Spiel
Friedrich Merz setzt beim Kuschelkurs mit Donald Trump die europäische Einheit aufs Spiel
Stand: 04.03.2026, 13:31 Uhr
Von: Christine Dankbar
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Es ist gut gelaufen für Friedrich Merz in Washington. Für Europa aber nicht: Der Kanzler gibt Trump bei dessen Kritik an Spanien recht. Merz fährt ohne Zusagen nach Hause – aber mit neuem Zwist. Der Leitartikel.
Friedrich Merz wird im Weißen Haus regelmäßig wie ein alter Freund begrüßt. Das ist schön für den deutschen Bundeskanzler. Für seine politischen Anliegen, nützt ihm diese Sympathie aber nur wenig. Das hat sich bei Merz’ jüngstem Besuch gezeigt. Und das ist nicht schön für die Ukraine, die europäische Einheit und sogar für die wirtschaftliche Entwicklung.
Der US-Präsident, an dem nichts so verlässlich ist wie seine Launen, scheint tatsächlich Gefallen an dem deutschen Bundeskanzler gefunden zu haben. Trump preist Merz als sehr erfolgreichen Mann, der in seinem Land überaus beliebt sei. Fakten und Fiktion purzeln beim US-Präsidenten ja gerne mal durcheinander.
Merz lächelt bei diesen Allüren. Der Kanzler hat einige wichtige Themen dabei, die er mit dem US-Präsidenten durchgehen will. Wenn die Stimmung gut ist, stehen die Chancen dafür besser. So ist die Lage in der Weltpolitik im Jahr 2026. An allen Ecken des Globus brennt es, aber der Anführer der freien Welt muss in erster Linie bei Stimmung gehalten werden.
Mit Trump laufen die Dinge entweder schlecht oder gut, aber niemals so wie man sie vorempfindet. So ist es auch dieses Mal wieder. Merz will mit Trump über den Ukraine-Krieg reden und darüber, ob es für den Iran einen politischen Plan gibt. Und das Thema Zölle ist auch noch aktuell.
Doch Trump will über den Iran sprechen, den sein Militär gemeinsam mit Israel seit Tagen attackiert. Ob er einen Plan für danach hat, treibt auch die deutsche Bundesregierung um. Auf eine entsprechende Frage aus dem Kreis der Journalistinnen und Journalisten, wen Trump künftig in der Führung sehe, antwortet dieser, man habe ein paar im Auge gehabt, die seien jetzt aber tot. Dann habe man ein paar andere Leute im Auge gehabt, die seien aber auch tot. Zynismus pur vor vergoldetem Wandschmuck im Weißen Haus. Es ist bemerkenswert, dass sich der Außenkanzler Friedrich Merz in solchen Situationen viel mehr im Griff hat als der Innenkanzler, der oft mit unbedachten Äußerungen aufwartet. Bisher war das jedenfalls so.
Dieses Mal unterläuft Merz ein folgenschwerer Fehler. Trump holt nämlich zu einer Wutrede über Spanien und Großbritannien aus, die die USA beim Krieg gegen den Iran nicht genug unterstützten. Und Merz? Er findet nicht nur kein Wort der Verteidigung für die europäischen Partner, er gibt Trump sogar teilweise recht. Auch Spanien müsse seinen Betrag zur Nato leisten und seine Verteidigungsausgaben erhöhen, sagt Merz. Das ist gar nicht mal falsch, Spanien bleibt bisher bei den abgesprochenen Zahlungen zurück und hat bereits mehr als einmal darauf verwiesen, dass der Ukraine-Krieg für das westeuropäische Land nun mal sehr weit weg liegt.
Doch hier im Oval Office geht es nicht um Diskussionen auf EU-Ebene. Es gilt vielmehr die europäische Einheit zu demonstrieren – gegenüber einem US-Politiker, der Europa im Grunde verachtet.
Später wird sich Merz rechtfertigen. Er wollte seine anderen Anliegen nicht mit dem Streit um Spanien gefährden. Doch der Schaden ist angerichtet: Europa tritt nicht nur nicht einheitlich gegen die Vereinigten Staaten auf, lässt sich sogar aktiv auseinanderdividieren. Für seine anderen wichtigen Anliegen hat Trump nach Aussagen von Merz durchaus noch Interesse gezeigt. Absprachen, etwa mehr Druck auf den russischen Machthaber Putin auszuüben oder eine Aussage, wie der Handelsstreit endlich beigelegt wird, gibt es aber nicht.
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Merz fährt ohne Zusagen, aber mit neuem Zwist in Europa nach Hause. Ein Erfolg ist das nicht.
