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Es läuft wie geschmiert

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friday

Es läuft wie geschmiert

Stand: 31.07.2026, 10:07 Uhr

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Angepasst dafür oder radikal dagegen – irgendwann naht die Stunde der Entscheidung. Dann fragen die einen: Willst du Teil des Problems sein oder Teil der Lösung? Und die anderen: Gießt du Öl ins Getriebe oder ins Feuer? Ein Essay von Mark-Stefan Tietze.

Als Thema ist Öl unglaublich schwer zu fassen. Es ist schwierig und schmierig zugleich, hat eine geringe Oberflächenspannung und tröpfelt nutzlos vor sich hin. Kurz: Es gleitet und glitscht einem immer wieder aus den Fingern! Damit ähnelt es diffusen Fragen nach dem Sinn des Lebens oder Illustriertenratschlägen, wie man beliebt wird und Freunde gewinnt.

Beim Öl ist zumindest geklärt, dass es sich partout nicht mit Wasser vermischen will und stets obenauf schwimmt. Wird es dagegen erhitzt, qualmt und stinkt es schon nach wenigen Minuten. Gießt man es schließlich in ein Feuer, droht alsbald ein loderndes Inferno – au weia! Auch sonst nichts als Widersprüche: Mal erscheint Öl als Belastung, mal verrinnt es im Nichts, doch in zahllosen anderen Fällen macht es das Salatdressing erst richtig schmackhaft!

Wer Sand in deren Getriebe sein möchte, wählt den Weg von Passivität, Ungehorsam und Widerstand

Öl ist nämlich nicht erst wichtig, seit die Menschheit es als Kraftstoff für Maschinen und Fahrzeuge gebraucht sowie Kunststoffe damit herstellt. Der menschlichen Ernährung dient Speiseöl wahrscheinlich schon seit Tausenden von Jahren. Es etablierte sich als pflanzliche Alternative zu tierischen Fetten spätestens seit der Zeit, als unsere Vorfahren begannen, Landwirtschaft zu treiben und Saaten zu pressen. In Form des Olivenöls spielte der flüssige Energieträger fortan eine bedeutsame rituelle Rolle, wovon uns zum Beispiel die Heilige Schrift kündet. Könige, Priester und Propheten wurden damit gesalbt, Gäste betupft, Kranke geheilt – und verspeist wurde es vermutlich auch, in den reichhaltigen Saucen zu Wachteln, Tauben und Zicklein, die zu Ehren von Reiseheimkehrern aufgetischt wurden.

Öl ist für uns Menschen also prinzipiell etwas Gutes, sieht man einmal davon ab, dass ein Übermaß des kalorienreichen Nahrungsmittels möglicherweise das Übergewicht verursacht, das mittlerweile die Hälfte der erwachsenen Weltbevölkerung plagt und für viele Krankheiten und vorzeitige Tode verantwortlich sein soll. Aber – oh je, jetzt wird es schon wieder so schwer! Notiz: Wir........

© Frankfurter Rundschau