Am Rande des Erlaubten
Am Rande des Erlaubten
Am Rande des Erlaubten
Der Streit um die Segnung homosexueller Paare spaltet die katholische Kirche. Papst Leo XIV. hält an der vorsichtigen Linie seines Vorgängers fest – und scheint die deutsche Praxis zumindest zu tolerieren. Das ist ein Balanceakt für den Pontifex.
Papst Leo XIV. dürfte sich sehr bewusst sein, was sein wichtigster Job als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche ist: den Laden zusammenzuhalten. Das wird bereits an seinem Wahlspruch deutlich, der auf Deutsch „In dem Einen sind wir eins“ heißt. Angesichts von weltweit mehr als 1,42 Milliarden Katholikinnen und Katholiken ist es jedoch kein leichtes Unterfangen, eine Glaubenslehre zu formulieren, hinter der sich wirklich alle sammeln können. Gerade wurde das – abermals – an der Frage deutlich, ob und wie homosexuelle Paare von Geistlichen gesegnet werden können.
Der Streit zwischen konservativen Kräften und dem Reformerlager in dieser Frage sollte längst befriedet sein: Ende 2023 erlaubte der Vatikan unter Papst Franziskus erstmals ausdrücklich, dass Gottes Segen gleichgeschlechtlich........
