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Der Sudan ist eben nicht weit weg

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14.04.2026

Bedauern reicht nicht: Deutschland darf beim Sudan-Krieg nicht wegschauen

Der Sudan ist eben nicht weit weg

Drei Jahre Sudan-Krieg haben zu einer humanitären Katastrophe geführt. Das Land braucht Verbündete, die keine Waffen mehr liefern. Die Bevölkerung braucht Unterstützung, um Kraft für einen Neuanfang zu sammeln.

Manchmal hilft ein Vergleich, um sich das Ausmaß eines Dramas vor Augen zu führen: Nach drei Jahren Krieg sind im Sudan rund 34 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen – in Deutschland wäre das fast die Hälfte der Bevölkerung.

21 Millionen leiden an akutem Hunger, jeder Vierte wäre das hier. 14 Millionen sind auf der Flucht, leben in Provisorien im Sudan oder in den Nachbarländern – ganze Bundesländer in Deutschland wären leergefegt.

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Es ist eine humanitäre Katastrophe, die sich nicht als Problem wegwischen lässt, das die Leute vor Ort bitteschön alleine lösen sollen, weil alle anderen mit dem Nahost-Konflikt und dem Krieg gegen die Ukraine schon genug zu tun haben und Ostafrika weit weg ist.

Dass im Sudan zwei verantwortungslose Generäle ein Land zugrunde schießen, dass sie die Bevölkerung aushungern, ermorden, vergewaltigen, liegt auch daran, dass diese Generäle Unterstützer haben.

Bedauern reicht nicht

Ohne Waffen und ohne Geld wäre diese Gewalt nicht möglich. Die ausländischen Verbündeten der Kriegsparteien sind gefragt, nicht nur sorgenvoll die Stirn zu runzeln und Waffenstillstände zu fordern, sondern ihre Unterstützung einzustellen. Das ginge schnell, es bräuchte keine komplizierten Verhandlungen.

Genauso wenig hilft allein Bedauern, wenn nicht zugleich die bisher halbherzige humanitäre Unterstützung hochgefahren wird. Es geht darum, akutes Leid in einem zusammengebrochenen Staat zu mindern, durch Hilfe mit Lebensmitteln, durch Schutzeinrichtungen, durch Gesundheitsversorgung.

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Kraft für einen Neuanfang

Und es geht darum, die Resilienz der Bevölkerung zu stärken. Die Sudanesinnen und Sudanesen haben es schon einmal geschafft, eine Militärdiktatur abzuschütteln.

Sie brauchen internationale Solidarität, um sich erneut aufrappeln zu können. Um irgendwann einen kraftvollen Neuanfang zu schaffen.


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