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„Das Duellele“ im Ländle

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Alles steht noch im „Ländle“ zwischen Heidelberg und Konstanz, zwischen Freiburg und Ulm – und um Ulm herum. Die Maschinenstürmer sind nicht auf die Barrikaden gestiegen, die „Leut schaffe“ trotz Autokrise wie eh und je bei Daimler und Porsche und den zahllosen Klein- und Mittelbetrieben von Weltruf im Land der Schwaben und Badener. Die Kuckucksuhren zeigen im Schwarzwald den Leuten den Vogel und die Maultaschen waren ohnehin schon „bio“ und „öko“, bevor Winfried I., der erste grüne Ministerpräsident Deutschlands, in Stuttgart vor 15 Jahren an die Regierung kam.

„Wir können alles außer Hochdeutsch“

Es mutete an wie ein Ritt über den Bodensee, als Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg (BW) das Stammland der CDU – zugleich Geburtsland der Grünen – eroberte. Einst als „Öko-Marxist“ verschrien, avancierte er mit Bürstenhaarschnitt und grüner Krawatte zum leutseligen Landesvater. Bei der Landtagswahl am Sonntag geht seine Ära zu Ende, und viele weinen ihm eine Träne nach.

„Wir können alles außer Hochdeutsch“, das frühere PR-Motto in BW, führt just Kretschmann-Ziehsohn Cem Özdemir ad absurdum. Der „anatolische Schwabe“ strebt an die Macht. Dem CDU-Kandidaten Manuel Hagel könnte die Schwärmerei für „braune Rehaugen“ den vermeintlich sicheren Sieg verhageln, weswegen ihm seine Frau einst den Kopf gewaschen hat. Die „Zeit“ titelte: „Das Duellele“. Alles im grün-schwarzen Bereich – solange nicht der blau-weiße Bayernkönig Markus das „Nachbarländle“ annektiert.

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