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Einigung bei Volksbefragung zum Bundesheer dank Olympia

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18.02.2026

Das Bundesheer will nächstes Jahr fünf eigene Satelliten starten. Das ist nur fair: Wenn die Grundwehrdiener künftig länger bleiben müssen, sollen sie zumindest einen guten Fernsehempfang in den Kasernen haben. Dann können sie auch Olympioniken bei Höchstleistungen zuschauen, wie es momentan die Welt tut. Und während der Bildungsminister Latein zurückdrängen möchte, kann man bei den ORF-Übertragungen der Spiele die bereits in antiken Sprachen angewandten Stilmittel lernen.

Etwa die Litotes, ein altgriechischer Ausdruck für die doppelte Verneinung, die auch im Lateinischen vorkommt, z. B. als „non ignorare“ für etwas genau wissen. Die vom ORF als Co-Kommentatoren eingesetzten Ex-Sportler beherrschen die doppelte Verneinung sehr gut („da hot er jetzt ka Glick net ghobt“), wenngleich sie damit meinen, dass jemand wirklich kein Glück gehabt habe. Klingt verwirrend, aber vielleicht kann man diesen Widerspruch dann mit der KI auflösen, deren Anwendung künftig in Schulen vermehrt gelehrt werden soll.

Bildungsbürger darf sich aber nur nennen, wer darauf hinweist, dass es aktuell keine Olympiade gibt, weil diese in der Antike den Zeitraum zwischen zwei Olympischen Spielen meinte. So wie der Abstand zwischen zwei Volksbefragungen eine Volksbefragsiade ist. Lang war sich die Koalition ja bezüglich eines Plebiszits zum Heer uneinig, nun zeichnet sich ein Kompromiss ab. So dürfte am Stimmzettel stehen: „Soll der Grundwehrdienst nicht keine Verlängerung erhalten?“ Das Ergebnis wird im Satellitenfernsehen verlesen.

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