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Deutschlands Krise ist viel größer als Merz

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22.08.2026

Friedrich Merz war auf Urlaub. Gut drei Wochen mied er die Öffentlichkeit. Zur Dürre sagte er öffentlich nicht viel. Zum Drohnenanschlag in Leipzig auch nicht. Politisch geschickt war das nicht. Aber die öffentliche Erregung wegen Merz‘ Abwesenheit war gleichfalls übertrieben, sehr deutsch und auch ein Beleg dafür, wie zerrüttet das Verhältnis zwischen dem Kanzler und seinem Wahlvolk inzwischen ist.

Die Auszeit hatte Merz wohl nötig. Dem CDU-Kanzler stecken schwere politische Monate in den Knochen. Und vor ihm liegt ein Herbst, von dem nicht sicher ist, ob er ihn politisch überleben wird. Drei Wahlen stehen an. Alle im Osten. In Mecklenburg-Vorpommern, in Berlin und - am brisantesten - in Sachsen-Anhalt. Dort ist die AfD in den Umfragen der regierenden CDU enteilt. Eine absolute Mandatsmehrheit erscheint möglich. Es wäre eine Zäsur. Zum ersten Mal würde die AfD einen Ministerpräsidenten stellen.

Wobei es für Merz persönlich genauso brisant wäre, wenn die AfD die Absolute knapp verpasst. Denn mit der AfD kann die CDU nicht regieren, die Brandmauer versperrt den Weg. Also müssten die Christdemokraten auf ihre Kontrahenten links........

© Die Presse