Wiederkehrs übermotivierte Alleingänge
Christoph Wiederkehr verpasste seinem Vorgänger Martin Polaschek (ÖVP) einen Seitenhieb, als er vor gut einem Jahr ankündigte, als „Reformmotor“ ins Amt des Bildungsministers zu starten. Polaschek hatte stets betont, es sei nicht die Zeit für große Reformen im von Krisen gebeutelten Schulsystem. Wiederkehr versprach das genaue Gegenteil: Unter ihm als ersten Neos-Bildungsminister werde es endlich gelingen, das behäbige System zu reformieren, ganz ohne parteipolitische Ideologie.
In den vergangenen zwölf Monaten hat er auch bewiesen, dass er es mit seinem Reformeifer ernst meint – und hat diesen Eifer auch machtpolitisch verankert: Schnell saß nicht mehr der langjährige Generalsekretär Martin Netzer im höchsten Beamtenjob im Ministerium, sondern Alexander Huber: ein Neos-Parteistratege der ersten Stunde. Mit Kabinettschef Nikolaus Grill holte sich Wiederkehr zudem einen........
