Sparen am Bafög kostet Zukunft: Die Rechnung zahlen am Ende wir alle
Das Ausbleiben der angekündigten Bafög-Reform wäre mehr als eine vertane Chance. Es wäre ein politischer Fehler mit Ansage. Sozialpolitisch. Bildungspolitisch. Und gesellschaftlich.
Dabei schien der Weg längst frei zu sein. Noch Ende April hieß es aus der schwarz-roten Koalition, der Streit über die Finanzierung sei im Zuge der Haushaltsaufstellung beigelegt worden. Die Reform war vereinbart, die Mittel sollten bereitstehen.
Nun verdichten sich die Hinweise, dass ausgerechnet die Regierungsfraktionen selbst auf die Bremse treten. Wenn das stimmt, wäre es ein bemerkenswertes Signal – aber eben kein gutes.
Stephan-Andreas Casdorff ist Editor-at-Large des Tagesspiegels. Er wünscht sich, dass die Regierung bei der Bafög-Reform bleibt – als Investition in den Standort Deutschland.
Denn die Modernisierung des Bafög ist keine politische Gefälligkeit für Studierende. Sie ist eine Notwendigkeit. Seit Jahren sinkt die Zahl der Geförderten. Gleichzeitig steigen Mieten, Lebensmittelpreise und Lebenshaltungskosten. Wer heute studiert, erlebt eine Wirklichkeit, die mit den Fördersätzen nur noch wenig zu tun hat.
Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Anhebung der Wohnkostenpauschale von 380 auf 440 Euro wäre deshalb kein Akt besonderer Großzügigkeit (gewesen). Sie........
