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Solidarität hat ihren Preis: Wer an der Pflege spart, spart an Vertrauen

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17.05.2026

Pflege ist kein Randthema, sondern die soziale Frage unserer alternden Gesellschaft. Rund fünf Millionen Menschen in Deutschland sind heute auf Pflege angewiesen – Tendenz steigend. Hinter dieser Zahl stehen Eltern, Partner, Freunde und Nachbarn. Dass mehr als 80 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt werden, zeigt: Pflege ist vor allem eine Aufgabe von Familien, Angehörigen und sozialer Gemeinschaft. Genau deshalb darf Pflegepolitik nicht allein unter dem Blickwinkel kurzfristiger Haushaltsdisziplin betrachtet werden.

Doch das geschieht derzeit. Mit den geplanten Reformen von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) droht ein Kurswechsel: weg von einer solidarischen und bedarfsorientierten Pflege, hin zu einer Politik des Sparens. Die geht auf Kosten der Schwächsten. Wer Leistungszuschläge kürzt, Hürden für Pflegegrade erhöht und tarifliche Löhne nicht mehr vollständig refinanzieren will, verschärft die Krise der Pflege, statt sie zu lösen. Die Folgen tragen nicht Ministerien oder Haushaltspläne, sondern Pflegebedürftige, ihre Familien und die Pflegekräfte selbst.

Pflege darf nicht zum Armutsrisiko werden. Schon heute zahlen viele Menschen im Pflegeheim hohe Eigenanteile. Angehörige........

© Der Tagesspiegel