Schuldfragen und persönliche Vorwürfe: Die Koalition sollte mehr streiten – aber richtig!
Julia Klöckner wacht über Stilfragen im Bundestag: darüber, wer welches Shirt trägt, wie genau Redner ihre Kollegen begrüßen, wer wann verbotenerweise Selfies macht und wann die Regenbogenfahne gehisst wird.
Vielen geht Klöckners penible, teils eigenwillige Art auf die Nerven. Doch während Stilfragen an der einen Stelle möglicherweise zu rigide verhandelt werden, wünscht man sich für die Reihen, denen Klöckner da gegenübersitzt, also die Regierungsfraktionen, gerade einen erheblich sensibleren Umgang mit der Etikette.
Seit dem Rücktritt von Arbeitsministerin Bärbel Bas dominiert in dieser Sitzungswoche ein Streit, der manchen im Berliner Betrieb an Auseinandersetzungen unter Geschwistern erinnert. Wer hat angefangen? Wer hat wem etwas weggenommen? Wer hat wen mit dem Bagger geschlagen? Und wo bitte bleibt die Anerkennung, dass jede der beteiligten Parteien am allerschlimmsten dran ist?
Aus SPD-Sicht hat sich die Union wirklich verhalten – vielleicht nicht unbedingt innerhalb der drei Wochen vor dem Bas-Rücktritt, aber mindestens langfristig. Die Sozialdemokraten........
