menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Parlamentswahl in Schweden: Die Sozialdemokraten haben den Wahlsieg vergeigt

5 0
14.09.2026

Richtig in Schwung kam die Wahlparty der schwedischen Sozialdemokraten am Sonntag nicht. Monatelang hatten sich die Genossinnen und Genossen um Parteichefin Magdalena Andersson auf eine Nacht des Jubels vorbereitet. Im Laufe des Abends bahnte sich aber lethargische Müdigkeit ihren Weg.

Bei der Parlamentswahl im größten skandinavischen Land sind die Sozialdemokraten zwar stärkste Kraft geworden, doch der ihnen lange vorausgesagte Erdrutschsieg blieb aus.

Stattdessen fahren sie mit 28,1 Prozent Zustimmung wohl ihr schlechtestes Wahlergebnis aller Zeiten ein. Zugleich hat die konservative Moderaterna-Partei des amtierenden Ministerpräsidenten, Ulf Kristersson, leicht an Stimmen gewonnen. Das amtliche Endergebnis wird im Laufe der Woche erwartet.

Doch Grund zum Jubeln hat am Montagmorgen in Schweden niemand so richtig. Die politische Landschaft im Land ist zersplitterter denn je: Der amtierenden Regierung fehlt die Mehrheit, die vier Oppositionsparteien kommen aktuellen Zahlen zufolge nur auf 176 Sitze im Reichstag in Stockholm – ein Platz mehr, als für eine absolute Mehrheit nötig ist.

Das liegt vor allem an der Schwäche der Sozialdemokraten. In den vergangenen Monaten haben sie einen riesigen Vorsprung verschenkt. Noch vor einem Jahr wollte mehr als jeder Dritte in Schweden ihnen seine Stimme geben. Selbst im Juni lagen die Genossen noch bequem über der magischen 30-Prozent-Marke.

Im Laufe des zähen Wahlkampfs gelang es ihnen aber nie, den Wählern überzeugend eine politischen Vision zu präsentieren. Einzig der Auftritt von Abba-Musiker Benny Andersson beim Wahlkampfabschluss konnte richtig begeistern. Sozialdemokratische Politik besang allerdings auch er nicht.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren........

© Der Tagesspiegel