Alarmstufe Orange in Köpenick: So taumelt der 1. FC Union der Relegation entgegen
Der 1. FC Union Berlin spielt eine desolate Rückrunde. In acht Spielen hat die Mannschaft von Steffen Baumgart fünf Punkte geholt, schlechter sind nur die bereits abgeschlagenen Heidenheimer und der taumelnde VfL Wolfsburg. Dennoch herrschte rund um die Alte Försterei lange eine gewisse Gelassenheit. Da die Konkurrenz ein Schneckenrennen um den Klassenerhalt veranstaltete, blieb der Vorsprung auf die Abstiegszone beruhigend. Vielleicht zu beruhigend.
Denn das mit der Ruhe hat sich mit der 1:4-Heimniederlage am Sonntag gegen Werder Bremen erledigt. Union steht in der Tabelle zwar auf Rang elf, liegt aber nur noch vier Zähler vor dem Relegationsplatz. Als Nächstes geht es auswärts gegen Freiburg und Bayern München – und danach brennt der Baum in Köpenick eventuell schon richtig.
Julian Graeber hat schon zu Zweitligazeiten über den 1. FC Union berichtet und meint: Wenn die Berliner so weitermachen, könnten sie ab dem Sommer wieder dort spielen.
Die Fans riefen am Sonntag nach Abpfiff „Aufwachen!“, die Verantwortlichen betonten, dass sich alle im Verein der Ernsthaftigkeit der Situation bewusst seien – und das ist auch dringend notwendig. Denn Union befindet sich spätestens jetzt im Abstiegskampf, und wenn sich der Trend der vergangenen Monate so fortsetzt, taumeln die Berliner in die Relegation.
Das Problem sind nicht nur die Ergebnisse, sondern auch die Darbietungen der Mannschaft. Gegen Bremen spielte Union 70 Minuten in Unterzahl, da kann man verlieren. Am Ende fiel das Team aber regelrecht in sich zusammen. Eine Woche zuvor in Gladbach war die Leistung ebenfalls schwach.
Der Trend spricht gegen Union
Der überraschende Sieg gegen Leverkusen war ein Ausreißer nach oben, ansonsten sind die Berliner Probleme schon lange offensichtlich. Die Defensive, früher einmal das Prunkstück, wackelt regelmäßig. Im Vergleich zum Anfang der Saison hat Baumgart auf der Suche nach einer besseren Balance zuletzt schon einen Offensivspieler geopfert. Im eigenen Ballbesitz sind die Berliner damit jedoch noch harmloser.
Dem Punktepolster aus der guten Hinrunde hat es Union zu verdanken, dass noch nicht die Alarmstufe Rot eingeläutet wird. Doch zumindest orange leuchtet das Warnlämpchen allemal. In einer solchen Situation haben Vereine drei Möglichkeiten: weitermachen und darauf hoffen, dass Leistungen und Ergebnisse wieder besser werden; mit taktischen oder personellen Änderungen in der Mannschaft neue Impulse setzen; den Trainer wechseln.
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Letzteres dürfte aktuell keine Option sein, schließlich hat Union Baumgarts Vertrag erst im Januar verlängert. So wie in den vergangenen Wochen darf es aber auch nicht weitergehen, sonst wird die Schlussphase der Saison zu einer Zitterpartie, die der Verein unbedingt verhindern wollte.
