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Gewalt gegen Frauen: Wir Männer müssen uns hinterfragen

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20.03.2026

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht wieder ein Fall auftaucht, der erschüttert. Da sind aufsehenerregende Fälle, wie Pelicot oder Epstein, wo es um mehrfachen, jahrelangen, schwersten Missbrauch von Frauen und Mädchen geht. Und dann ist da der alltägliche Skandal, der Frauen widerfährt, ohne dass es öffentlich wird. Tag für Tag erfahren hierzulande Frauen von Männern körperliche Gewalt, werden verbal attackiert oder digital missbraucht. Manchmal auch alles zusammen. Nun wieder ein Vorgang, der juristisch nicht abgeschlossen ist, bei dem die Unschuldsvermutung gilt und der dennoch die Gesellschaft erschüttert: die Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen.

Für viele Frauen hinterlässt all das ein Gefühl der Ohnmacht, der Verzweiflung und der Wut. Frauen sind weit überwiegend die Leidtragenden, erschreckend viele Männer die Schuldigen. Das sollte uns Männer aufrütteln. Wir dürfen nicht länger mehrheitlich schweigen zu dem, was manche unserer Geschlechtsgenossen Frauen antun. Um ihre Sicherheit, ihren Schutz und eine Gesellschaft, die beides garantiert, geht es zuallererst.

Was soll man denn entgegnen, wenn Frauen jetzt fragen: Wie soll man euch noch glauben?

Es geht aber auch um unsere Glaubwürdigkeit als Ehemänner, Partner, Väter. Auch deshalb hinterlassen die aktuellen Fälle bei vielen Männern ebenfalls Ohnmacht, Wut, und Verzweiflung. Was soll man denn entgegnen, wenn Frauen jetzt fragen: Wie soll man euch noch glauben? Selbst dort, wo Männer öffentlich eine Vorbild(s)rolle für sich reklamiert haben, tun sich........

© Der Tagesspiegel