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Jürgen Klopp als letzter Hoffnungsträger: Ein neuer Bundestrainer ist noch keine Reform

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24.07.2026

Deutschland und seine Heilsbringer. Als Friedrich Merz im Mai vor einem Jahr zum Bundeskanzler gewählt wurde, sollte er ein reformunfähiges und in vielen Bereichen kriselndes Land wieder nach vorn bringen. Er war dabei nicht die beliebteste, sondern nur die naheliegendste Wahl.

Heute ist es Jürgen Klopp, der dem deutschen Fußball aus der Patsche helfen soll. Er ist tatsächlich die einzige Wahl – zumindest für den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Anders als Merz ist Klopp immer noch einer der beliebtesten Deutschen. Das strukturelle Problem bleibt allerdings dasselbe. Der DFB denkt in Heilsbringern, nicht in Reformen.

Aus einer flapsigen Bemerkung in seiner Rolle als TV-Experte beim deutschen WM-Auftaktspiel gegen Curaçao, dass nicht er, sondern Julian Nagelsmann „noch“ die Aufstellung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mache, wurde fast so etwas wie eine kleine Staatsaffäre. Rund einen Monat später ist aus dem Spruch Realität geworden: Jürgen Klopp nimmt künftig die Aufstellungen des Nationalteams vor, er ist ab sofort neuer Bundestrainer.

Charlotte Bruch ist Redakteurin im Sportressort. Sie findet, dass Jürgen Klopp die richtige Wahl ist, aber nicht die Lösung für die Probleme des DFB.

Dass es so weit kommen würde, war seit Jahren absehbar. Klopp schwebte als Schatten-Bundestrainer über dem Amt, schon als noch andere auf der Bank saßen.........

© Der Tagesspiegel