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Der Aufschwung ist sichtbar, die Baustellen auch: Deutschlands Weg zur WM führt nur über Konstanz

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07.03.2026

Kurz vor der Halbzeit konnte Christian Wück nicht anders als zu lächeln und seinem Team zu applaudieren. Vivien Endemann hatte gerade die starke erste Hälfte der DFB-Frauen mit dem Treffer zum 3:0 veredelt, letztlich gewann Deutschland mit 4:0 gegen Norwegen. Bundestrainer Wück sah damit den zweiten deutlichen Sieg im zweiten Spiel der WM-Qualifikation.

Dem deutschen Team ist es am Samstagabend in Stavanger gelungen, ein echtes Ausrufezeichen zu setzen. Gegen Norwegen, das immerhin Rang 12 in der Fifa-Weltrangliste belegt, dominierte die deutsche Elf über den Großteil des Spiels. Offensiv funktionierte nahezu alles: Erst traf Elisa Senß sehenswert nach starker Vorarbeit von Franziska Kett, dann legte Wamser ebenso herausragend nach, ehe Endemann und Jule Brand das Ergebnis weiter in die Höhe schraubten.

Charlotte Bruch ist Sportredakteurin und hat einen starken Auftritt der deutschen Offensive gesehen.

Nach der bitteren Niederlage im Nations-League-Finale gegen Spanien dürften der Kantersieg gegen Slowenien vor wenigen Tagen, vor allem aber der Erfolg in Norwegen, Balsam für die Seele gewesen sein. Zumal das wohl größte Problem des deutschen Teams – die Effizienz vor dem Tor – diesmal eine Stärke darstellte. Sieben Schüsse aufs Tor nutzte die Elf von Trainer Wück für vier Tore. Eine Statistik, die umso bemerkenswerter ist, wenn die aktuell beste deutsche Offensivspielerin Klara Bühl verletzungsbedingt fehlt.

In diesen beiden Qualispielen lief dennoch nicht alles perfekt. Im Spiel nach vorne erfolgte zwar der nächste Entwicklungsschritt, indem man technisch sauberer agierte und auch Spielerinnen der zweiten Reihe wie Endemann oder Linda Dallmann Selbstvertrauen und Mut ausstrahlten.

In der Defensive unterliefen allerdings erneut mehrere Fehler, die sowohl gegen Slowenien als auch gegen Norwegen zu Großchancen führten. Immer wieder kam es zu unnötigen Ballverlusten in gefährlichen Räumen oder Abspielfehlern im Aufbau. Schwächen, die nicht neu sind und umso mehr in den kommenden Lehrgängen angegangen werden müssen.

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Letztlich bleibt dieser Sieg dennoch vor allem ein Versprechen. Das deutsche Team hat einmal mehr gezeigt, welches Potenzial in ihm steckt und zugleich, woran es weiterarbeiten muss. Die Richtung stimmt, doch der Weg zur WM führt nur über Konstanz – auf jeder Position.


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