Strecke Berlin–Hamburg länger gesperrt: Die Deutsche Bahn hat viel zu viel versprochen
Norddeutschland erlebt einen strengen Winter mit inzwischen sechs Wochen Frost. Bei gefrorenem Boden kann die Deutsche Bahn neben der gesperrten Strecke Berlin–Hamburg keine Kabel für die neue Signaltechnik verlegen. Auch Arbeiten an der Oberleitung gehen derzeit nicht. Dafür muss man Verständnis haben.
Caspar Schwietering Caspar Schwietering ist Bahn- und Verkehrsexperte im Hauptstadtbüro des Tagesspiegels. Er fordert die Bahn auf, als Konsequenz aus dem aktuellen Desaster ihre Strategie für künftige Sanierungen zu überdenken.
Aber ist es auch nachvollziehbar, dass die Bahn deswegen die für Anfang Mai geplante Wiedereröffnung der wichtigen Bahnstrecke auf unbestimmte Zeit verschieben muss? Die Antwort lautet: nein. Wer bei der Baustellenplanung darauf setzt, dass auch dieser Winter wieder ähnlich mild wie in den vergangenen Jahren sein wird, handelt nicht seriös.
Drei Wochen ohne Frost hat die Bahn laut eigenen Angaben einkalkuliert. Nach den Erfahrungen der vergangenen 15 Jahre hielt man noch mehr kalte Tage für unrealistisch. Nun tun die Spitzenmanager der Bahn so, als sei man das Opfer einer unvorhersehbaren Laune der Natur. Aber das........
